Die Schwammzucht hat in Tarpon Springs eine lange Tradition
Dass Tarpon Springs die Stadt mit dem größten Anteil griechischstämmiger Bürger in ganz USA ist, sieht man auf den ersten Blick - die kleinen weißen Häuser mit den blauen Fensterläden verbreiten mediterranes Flair. Seinen Anfang nahm diese Entwicklung 1890. Als Unternehmer John Cocoris mit der professionellen Zucht von Badeschwämmen begann, warb er Schwammtaucher aus Griechenland an. Diese kamen vorwiegend aus Chalkidiki oder den Dodekanes-Inseln und wurden in dem damals noch kleinen Ort am Golf von Mexiko sesshaft. Die Taucher übten nicht gerade einen leichten Beruf aus. Die Taucherausrüstung wog mit ihrem runden, kupfernen Helm mehrere Kilo. Hinzu kam die ständige Gefahr durch Meerestiere - einige Taucher wurden angegriffen und kamen ums Leben.
Schwammgeschäft trotzt Krisen
Dennoch wurde aus der Schwammzucht in Tarpon Springs bald ein lukratives Geschäft: 150 Boote waren zeitweise auf dem Golf unterwegs und zu Beginn des 20. Jahrhunderts stammte fast jeder Schwamm, der in Europa verkauft wurde, aus dem kleinen Fischerdorf in Amerika. Im Laufe der Jahre musste die Schwammindustrie einige Rückschläge hinnehmen, so etwa durch eine Algenpest 1947. Mittlerweile fahren nur noch 20 Boote regelmäßig hinaus aufs Meer, doch einige Familienbetriebe halten sich noch immer.
Tarpon Springs - ein beliebtes Reiseziel
Daher kann man heute in Tarpon Springs wie eh und je Schwämme an allen Ecken kaufen. Doch der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt ist inzwischen der Tourismus. Die Werbestrategie liegt auf der Hand: Denn außerhalb Griechenlands wird man sonst wohl nirgends mit einem herzlichen "kaliméra" begrüßt oder bekommt eine solch authentische Grillplatte griechischen Ausmaßes serviert. Die Lage der Stadt an der Küste des "Sunshine State" tut dazu ihr Übriges.
Von Kathrin Wiesmann, MARCO POLO News-Redaktion
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