Die Allerheiligenkirche im Friedhof von Sedlec
Beim Betreten der kleinen Allerheiligenkirche in Sedlec jagen einem kalte Schauer über den Rücken. Menschliche Schädel scheinen trotz leerer Augenhöhlen auf einen zu starren, vom Kronleuchter aus Oberschenkelknochen flackert das Licht über den Innenraum. Alle üblichen Gegenstände katholischer Kirchen und andere Dekorationen sind hier aus den sterblichen Überresten von Toten gefertigt. Gestaltet hat dieses makabere Interieur Ende des 19. Jahrhunderts der Künstler František Rint aus Knochen von rund 10.000 Skeletten. Beauftragt wurde er vom Fürstenhaus Schwarzenberg, dessen Familienwappen die linke Wand der Kirche ziert - natürlich komplett aus Menschenbein.
Heilige Erde
Den Grundstein für diese makabere Kunst legte im 16. Jahrhundert ein halbblinder Mönch. Im Untergeschoss der kleinen Friedhofskirche, dem Sedlec-Ossarium, erbaute er aus rund 30.000 exhumierten Skeletten sechs Pyramiden auf, um neuen Platz für Bestattungen zu schaffen. Der war nötig, denn 300 Jahre früher, so erzählt der Mythos, brachte der Abt des Klosters eine Handvoll Erde aus Jerusalem mit nach Kuttenberg und verstreute diese auf dem Friedhof Sedlec. Der wurde dadurch so beliebt, dass man Tote aus ganz Europa zum Begräbnis dorthin karrte. Zusätzliche Leichen aus Kriegen und Epidemien sprengten die Kapazität des Friedhofs. Die Gebeine der Toten lieferten aus der Not den Werkstoff für den Kirchenschmuck.
Sehenswerte Altstadt
Ein Bummel durch Kuttenbergs Innenstadt, seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe, bietet neben diesem Grusel weitere Sehenswürdigkeiten. Wegen reicher Silbervorkommen entstanden in der ehemaligen Metropole viele imposante Bauwerke. Die kunstvoll verzierten Fassaden des "Steinernen Hauses" aus dem 15. Jahrhundert zeugen vom vergangenen Reichtum des Bürgertums. Der verspielt gestaltete Welsche Hof diente als Königssitz, Münzprägeanstalt und Sicherungsanlage für das Silbererz. Die 1312 erstmals erwähnte Burg ist das älteste Gebäude der Stadt. Sie schützte lange Zeit den großen Reichtum der Bewohner. Heute beherbergt die Feste ein Museum und den Eingang zum mittelalterlichen Bergwerk.
Von Tobias Käsmaier, MARCO POLO News-Redaktion
» Zum MARCO POLO Reiseführer Tschechien
» Alle MARCO POLO Reiseführer Europa
NEU:» Webcams weltweit
| MARCO POLO News als kostenlosen RSS-Feed abonnieren |
![]() |
Reisetipps und brandaktuelle Gewinnspiele direkt aus der Onlineredaktion!
Folge uns:
» Twitter | » Mehr Infos zu Twitter
Fan werden:
» Facebook | » Mehr Infos zu Facebook
Kostenlosen Feed abonnieren:
» Reise-News RSS
MARCO POLO Reiseführer Tschechien
Jetzt bestellen »
MARCO POLO Sprachführer Tschechisch
Jetzt bestellen »
Bestellen Sie im Marco Polo Shop!
Sie erhalten Ihre Bestellung versandkostenfrei
nach Hause geliefert und bezahlen bequem
per Rechnung. Jetzt den Shop entdecken!
MARCO POLO MOBIL | Newsletter | Häufige Fragen (FAQs) | Kontakt | AGB | Datenschutz | Sitemap | Presse | Impressum
© MAIRDUMONT Online 1996-2011 | MAIRDUMONT | KOMPASS | Falk Routenplaner | Varta-Führer | Baedeker | DuMont Reise
Geschaftskunden Anfragen: Portal-Vermarktung MAIRDUMONT Media | Content- und Dienste Lizensierung Falk Content & Internet Solutions