Taiwan

Auf "Alten Straßen" nach anno dazumal

Im Nordwesten Taiwans legt man Wert auf die altehrwürdige Geschichte des Landes. Hier bieten liebevoll restaurierte "Alte Straßen" Einblicke in die faszinierende Vergangenheit des Hakka-Volkes.

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Auf "Alten Straßen" lebt die prachtvolle Geschichte Taiwans wieder auf
Taipei Tourism Office

Taiwan setzt auf Nostalgie und kümmert sich liebevoll um die Überbleibsel der Geschichte. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die sogenannten "Alten Straßen". Ihr Urzustand sowie der angrenzender historischer Gebäude werden im ursprünglichen Stil erhalten oder wieder hergestellt. Bereits asphaltierte Stellen werden durch Kopfsteinpflaster ersetzt, Technik und anderer moderner Schnickschnack wie Klimaanlagen oder Satellitenschüssen sorgfältig versteckt und hinter altehrwürdiger Fassade verborgen. Besonders eindrucksvoll sind die "Alten Straßen" in Nanjhuang und Beipu, denn auf ihnen lebt die Geschichte des kaum bekannten Hakka-Volkes wieder auf.


Nostalgische Eiscreme aus Nanjhuang

Die beiden Kleinstädte liegen im Nordwesten Taiwans, etwa eine Autostunde südwestlich von Taipeh. Hier leben vorwiegend Hakka, ein Volk der Han-Chinesen mit eigener Sprache und Kultur. Die schmale "Alte Straße" Nanjhuangs ist gesäumt von kleinen Geschäften und Restaurants und gewährt am ursprünglich belassenen Waschplatz Einblicke in vergangene Tage. Noch heute wird im klaren Bergwasser Wäsche gewaschen. Von seinem kleinen Schrein über der Wanne aus, beobachtet die Erdgottheit Bogong, wie an den unbehauenen Steinplatten, die als Waschbrett dienen, geschrubbt wird. Wesentlich jünger ist die Yongliang-Eiscremefabrik. Trotzdem genießt der Traditionsbetrieb, in dem Eis wie vor 50 Jahren hergestellt wird, hohes Ansehen.


Alarmanlagen der Pionierzeit

Die "Alte Straße" Beipus spiegelt die abwechslungsreiche Geschichte des Städtchens wider. Ausgehend vom Citian-Tempel reihen sich die unterschiedlichsten Bauten aneinander. Einige der kleinen Geschäfte und Restaurants, die sich hier angesiedelt haben, gibt es schon mehr als 100 Jahre. In Beipu findet man auch eine der wohl ältesten Alarmanlagen der Welt: Einige der Steinplatten auf den Straßen der Stadt wurden bewusst nur lose befestigt. Fremde, die die Platzierung der verräterischen Steine nicht kannten, wurden so durch ein lautes Geräusch enttarnt. Heute sind Besucher in den altehrwürdigen Gassen aber herzlich willkommen. Besonders empfehlenswert sind Übernachtungen in einem sogenannten minsu, bei einer Gastfamilie, die einem die Faszination der der Hakka-Kultur hautnah erleben lässt.


Von Melanie Rottmüller, MARCO POLO News-Redaktion

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