Aschelandschaft am Vulkan Capelinho
Neben Mallorca oder Ibiza vergisst man leicht, dass Europa auch ein traumhaftes Inselparadies im Atlantik besitzt: Rund 1.500 Kilometer westlich vom europäischen Festland, mitten im Atlantik, liegen die Azoren, eine kleine portugiesische Inselgruppe. Neben traumhaften Stränden und dem tiefblauen Ozean sind dort aufregende Touren möglich: Hinauf auf den Vulkan Pico samt einer Zeltübernachtung am Kraterrand oder hinab in die azoreanische Unterwelt auf der Insel Graciosa. Wem bei Vulkanen mulmig zu Mute wird, kann sich zuvor im neuen Besucherzentrum auf der Insel Faial über Vulkanismus der Azoren informieren.
Standhafter Leuchtturm
Wahrzeichen der Insel Faial ist ein Leuchtturm: Nach dem verheerenden Ausbruch des Vulkans Capelinhos im Jahr 1957, wurde dieser von der Asche fast völlig verschüttet. Mittlerweile wurde er freigelegt und gehört zu einem modernen, multimedialen Besucherzentrum, das den Vulkanismus und die Entstehungsgeschichte der Azoren erklärt. Teilweise unterirdisch gelegen, bietet das Centro de Interpretação do Vulcão dos Capelinhos geologische Funde, Filme und interaktive Ausstellungen. Nach dem Besuch darf man auf den Leuchtturm steigen, der einen herrlichen Blick auf die größtenteils aus Asche bestehende Insel bietet - ein Anblick, der an eine Mondlandschaft erinnert.
Insel-Hopping und Vulkanbesteigung
Grüner, saftiger und lebendiger sind die anderen Inseln der Azoren: Nahe Faial liegt die Insel Pico mit dem gleichnamigen, 2.351 Meter hohem Vulkan. Mit einer Fähre kommt man problemlos rüber und kann sich auf den Weg nach Oben machen. Gut trainiert schafft man den Giganten an einem Tag. Übernachten kann der Wanderer am Kraterrand im Zelt - und träumt hoffentlich nicht von einem Ausbruch. Wer sich mehr für das Innere eines Vulkans interessiert, muss per Flugzeug oder Schiff auf die Insel Graciosa. Dort führt eine Treppe inmitten des Vulkanschlots des Caldeira ins Kraterinnere, in die Höhle Furna do Enxofre. Nervenkitzel pur also, wenn der Schwefelgeruch in die Nase steigt und sich der Blick auf den tiefschwarzen See Styx eröffnet.
Von Dorothea Soszka, MARCO POLO News-Redaktion
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