Mexiko

Abtauchen im weltgrößten Unterwassermuseum

Im Nationalpark der Inseln Mujeres, Punta Cancún und Punta Nizuc soll für Taucher ein Museum auf dem Meeresgrund entstehen. Mexiko möchte damit seine gefährdeten Korallenriffe vom zunehmenden Tauchtourismus entlasten.

Abtauchen im weltgrößten Unterwassermuseum

Faszinierend und gruselig: der "Man on Fire" im Unterwassermuseum
Jason deCaires Taylor

Seit den Zeiten von Jacques Cousteau ist die mexikanische Karibikküste bei Tauchern in aller Welt bekannt und beliebt. Vor der Ostküste von Mexiko befindet sich das zweitgrößte Riff der Welt, das Arrecife Maya. Aufgrund der Farbenpracht, sowie der Tier- und Pflanzenvielfalt zählen diese Korallen-Landschaften zu den schönsten ihrer Art. Doch die Unterwasser-Paradiese leiden unter dem zunehmenden Tauchtourismus. Hier stellt sich die Frage, wie die wertvollen Ökosysteme des Landes geschützt werden können, ohne dass die Region rund um Cancún auf die geschätzten 36 Millionen US-Dollar verzichten muss, die insbesondere Tauchtouristen jährlich in die Kassen spülen?


Ein Museum - nur für Taucher

Eine mögliche Lösung bieten Tauch-Parks auf dem Meeresgrund, wie sie vor den Inseln Mujeres, Punta Cancún und Punta Nizuc entstehen sollen. Bis zu vier Meter große, menschliche Statuen, unter anderem auch Darstellungen von Maya-Krieger, werden hierfür auf dem Meeresboden versenkt, um so neue Tauchgründe zu schaffen. Die künstlerische Leitung des Projekts liegt bei Jason de Caires Taylor, dem Schöpfer des ersten Unterwasser-Skulpturenparks der Welt, der vor Grenada liegt. Drei Kunstwerke wurden bisher in Mexiko versenkt. In den nächsten Jahren will de Caires Taylor aber mehr als 400 Gestalten abtauchen lassen. Nach der geplanten Fertigstellung 2011 soll das Museum schließlich das weltweit größte seiner Art sein und Tauchtouristen ein besonderes Erlebnis bieten.


Beton-Skulpturen für den guten Zweck

Das Museum für Taucher wird in einem Teil des Nationalparks erbaut, der in der Vergangenheit von Wirbelstürmen zerstört wurde. Die Figuren werden aus pH-neutralem Beton gefertigt, damit sich Algen und wirbellose Tiere rascher ansiedeln können. Später sollen auch Fische und andere Meeresbewohner heimisch und zu einem festen Bestandteil des Unterwasser-Parks werden. Ziel ist es, die Statuen in das regionale Ökosystem zu integrieren. Die ständige Veränderung der Beton-Menschen durch Algen- und Korallenbewuchs hat außerdem auch einen hohen künstlerischen Wert.


Von Lena Höhn, MARCO POLO News-Redaktion

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