Mit irischer Lebensfreude raus aus der Wirtschaftskrise
In der irischen Geschichte wird oft der Ausdruck "The Gathering" benutzt, wenn es um die Bündelung der Kräfte zum Wohl des Landes geht. So auch bei der derzeitigen Wirtschaftskrise, der die Iren unter diesem Motto nun entgegen treten wollen: In einer einmaligen Initiative sollen Geschäftsleute, Sportvereine und Kulturbetriebe sowie Gemeinde- und Stadtverwaltungen Ideen entwickeln, um die Grüne Insel im kommenden Jahr zu einem beliebten Reiseland zu machen. Von der landesweiten Aktion verspricht sich die Regierung in Dublin 325.000 zusätzliche Besucher, die etwa 170 Millionen Euro in die leeren Staatskassen bringen sollen. Damit ist die Initiative "The Gathering Ireland 2013" eine nationale Angelegenheit, der sich inzwischen auch Prominente wie die Schauspieler Pierce Brosnan und Liam Neeson angenommen haben.
Jeder Ire ist gefragt
"The Gathering Ireland" wurde während des irischen Nationalfeiertages St. Patrick’s Day in 27 Städten des Landes ausgerufen und ist laut offizieller Bekanntgabe "ein Projekt von Menschen für Menschen". Dabei sei wirklich jeder aufgefordert, einen Beitrag zum „Neustart“ des Landes zu leisten – sei es nur mit einer Einladung, einer E-Mail oder einem Beitrag auf Facebook. Um neue Projekte zu fördern stehen der irischen Tourismusorganisation Fáilte Ireland fünf Millionen Euro zur Verfügung, außerdem wurden im Ausland lebende Iren aufgerufen, ihren Urlaub im kommenden Jahr in der „Heimat“ zu verbringen. Die Wirtschaft zieht bereits mit: In Irland ansässige Konzerne wie etwa Google, Facebook, Microsoft, Hewlett-Packard sowie die Vereinigung der irischen Farmer und die Organisation für gälische Sportarten haben sich dem Projekt bereits verpflichtet.
Gute Aussichten
Um Irland im kommenden Jahr noch attraktiver für Reisende zu machen, setzt Leo Varadkar, der irischen Minister für Verkehr, Tourismus und Sport auch auf neue Musikfestivals, gälische Sportarten und auf ein neues Programm der Tanzgruppe Riverdance, die bereits 1994 zum Exportschlager der Grünen Insel wurde. Nach einer Mitteilung von Außenminister Daniel Mulhall erhält Irland von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schon mal gute Vorhersagen für das Jahr 2013. Demnach wird sich das Wirtschaftswachstum von derzeit 0,6 Prozent auf 2,1 Prozent steigern, was auch den Erwartungen des irischen Finanzministeriums entspricht. "Unsere Wirtschaft entwickelt sich also nachweislich in die richtige Richtung, muss aber auch weiterhin große Herausforderungen meistern", so der irische Botschafter.
Von Martin Fuchs, MARCO POLO News-Redaktion
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