Osteranblick in den Ammergauer Alpen: Bergschaf mit Lämmern
Immer das gleiche an Ostern? Auf das Osterei kann man kaum verzichten, aber vielleicht kann man etwas Lustigeres damit machen, als es zu suchen. Zum Beispiel den Berg runterrollen lassen. Das dachten sich zumindest die Einwohner in den Ammergauer Alpen und lassen nun jährlich die Eier kugeln. Auch über die anderen Bräuche wird sich der Zugereiste wundern, zum Beispiel warum die Ministranten mit Hölzern Krach machen oder warum alle am Ostersamstag ins Museum rennen. Während also Anfang April die Täler im saftigen Grün erleuchten und an den Bergspitzen immer noch die weiße Schneepracht schimmert, kann man in der Alpenwelt kuriose Osterbräuche erleben.
Vom Berghang kugeln
Für gewöhnlich geht man in der Zugspitzregion um Garmisch-Partenkirchen zum Wandern oder man jubelt den Skispringern zu - am Ostersonntag gehört die Aufmerksamkeit den Eiern, wenn diese um die Wette rollen. Hoch oben am Osterbichl, einer Anhöhe oberhalb der Kapelle Kappel in Unterammergau, treffen sich am Nachmittag die Einwohner und Zuschauer zum Brauchtumswettbewerb des "Oaster-Oa-Kugelns". Zeitgleich lassen die Teilnehmer dann ihr hart gekochtes, buntes Ei den Berg runter rollen - wessen Ei am weitesten talwärts rollt, gewinnt.
Ratschen der Murnauer und flauschige Küken
Für eine geräuschvolle Verwirrung sorgen die Ministranten in Murnau: Sie ziehen nämlich von Tür zu Tür und machen mit Ratschen - klappernden oder ratternden Holzinstrumenten - Krach; anders lassen sich die Geister des Winters eben nicht vertreiben. Auf eine flauschige Überraschung dürfen sich die Reisenden dann beim Schaubrüten in Garmisch-Partenkirchen freuen: Selbst Hartgesottene werden entzückt sein, wenn unzählige kleine Küken schlüpfen - und dürfen rätseln, ob es Zwergseidenhühner oder Bergische Kräher sind. Welche Huhnrasse es ist, wird nämlich zuvor nicht verraten! Dieses tierische Schauspiel spielt sich am Ostersonntag im Museum Aschenbrenner ab. Dort dreht sich auch sonst alles ums Ei: Besucher bekommen die verschiedensten Exemplare zu sehen, vom russischen, mit kostbaren Edelsteinen verziertem Cloisonné-Ei aus der Zarenzeit bis hin zum bemalten Straußenei aus Afrika.
Von Dorothea Soszka, MARCO POLO News-Redaktion
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