Überangebot an Hotels sorgt für günstige Preise
Eigentlich stimmen die Zahlen im Berliner Gastgewerbe: Die 22 Millionen Marke bei den Übernachtungen ist in greifbare Nähe gerückt und die Zimmerbelegung weist mit 71 Prozent einen relativ guten Wert auf. Damit liegt die deutsche Hauptstadt hinter London und Paris bereits an dritter Stille und lockt weiterhin vor allem junge Leute aus aller Welt in die Metropole. Allerdings beklagen sich die Hoteliers über die stark sinkenden Zimmerpreise, die aus dem Überangebot an Hotelzimmern resultieren. Und ein Ende ist bisher nicht in Sicht: Allein für dieses Jahr werden weitere 21 Hotels in Berlin ihre Türen öffnen, darunter auch Luxus-Hotels, die sich ebenfalls über die "Ramschpreise" beklagen.
Günstige Immobilenpreise
"Es gibt keine Stadt in Deutschland, die so zulegt wie Berlin", kommentiert Thomas Langfelder, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), die inzwischen rund 125.000 Gästebetten in Berlin. Damit übertrifft die deutsche Metropole beispielsweise Manhattan mit 70.000 Betten um fast das Doppelte. Die Ursache für den anhaltenden Bau von Hotels sieht Langfelder in den niedrigen Immobilienpreisen begründet, die Investoren aus dem In- und Ausland anlocken. Daher wird auch das Waldorf Astoria noch dieses Jahr seine erste deutsche Filiale mit 232 Zimmern in Berlin eröffnen, gefolgt von zwei weiteren Fünf-Sterne-Hotels mit insgesamt 300 Betten, die sich den etablierten Luxustempeln Adlon, Hotel de Roma, Kempinski und Ritz Carlton hinzu gesellen: Diese werden ohnehin bereits von Promis während Modeschauen und Filmpremieren als günstige Unterkunft genutzt.
Glamour am Bahnhof Zoo
Laut einer Dehoga-Studie sind in Berlin mindestens noch 41 Neubauten mit mehr als 8.000 Gästebetten für 2012 geplant, so dass ein Ende des Hotelbaus nicht in Sicht ist. Aber auch die Berliner Umgebung wird im Rahmen des Hotelbaus auf "Vordermann" gebracht: So soll nicht nur das neue Waldorf Astoria am Kurfürstendamm Glamour in die angebliche "Schmuddelecke" am Bahnhof Zoo bringen, sondern auch die Überholung des nahegelegenen Zoopalast-Kinos und des Berliner Bikini-Hauses. Zumindest können sich jedoch Touristen aus dem In- und Ausland langfristig über günstige Übernachtungspreise freuen.
Von Martin Fuchs, MARCO POLO News-Redaktion
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