Donaulandschaft bei Passau
Nach Rhein und Mosel gehören inzwischen auch der Main und die Donau zu den beliebtesten Routen für Flusskreuzfahrten in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr verkehrten auf dem Main-Donau-Kanal 688 Schiffe, die rund 110.000 Passagiere auf dem Weg nach Passau, Wien oder Budapest beförderten – ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, dem viele der Häfen und Anlegestellen entlang der Routen nicht gewachsen sind. Daher wird in Nürnberg bereits mit dem Bau eines modernen Hafens für die Personenschifffahrt gebaut. Der Nutzen des Kreuzfahrt-Tourismus für die Stadt ist jedoch umstritten, da die Anlegestellen den Schiffen oft nur als Zwischenstopp dienen.
Einmal quer durch Europa
Für den Kreuzfahrtanbieter Viking Deutschland gehört die Route von Nürnberg nach Budapest nach Angaben des Geschäftsführers Guido Laukamp zu den "Rennstrecken" der Reederei. Als Tochter der US-Reederei "Viking River Cruises" profitiert das Unternehmen besonders von der steigenden Nachfrage aus den USA, Kanada und Großbritannien: "Für das amerikanische Publikum bedeutet das: In zwölf Tagen einmal quer durch Europa – und nur einmal Kofferpacken", erklärt Laukamp den Boom der Schiffskreuzfahrten von Amsterdam über Nürnberg nach Budapest. Auf die große Nachfrage reagiert das Unternehmen wie viele andere der Reedereien mit dem Bau zusätzlicher Schiffe: Alleine für Viking sollen zukünftig fünf weitere Kabinenschiffe auf der Main-Donau-Achse verkehren.
Platzmangel in den Häfen
Der Andrang auf Bayerns Flüssen bringt allerdings auch neue Probleme mit sich, denn die Kapazitäten der Anlegestellen ist in vielen Fällen längst überschritten. So drängen sich zeitweise bis zu zehn Schiffe im Kreuzfahrthafen von Nürnberg, der in den 1990er Jahren lediglich mit drei offiziellen Anlegestellen ausgerüstet wurde. Damals legten dort lediglich 100 Schiffe im Jahr an, während es 2011 bereits 674 waren. Dem Platzmangel wird inzwischen mit dem Bau eines modernen Hafens im Wert von 10,5 Millionen Euro Abhilfe geschafft - allerdings nicht ohne Bedenken: "Wenn die Schiffe in Nürnberg nur einen Zwischenstopp einlegen (...) haben wir nix davon", sagt Wolfgang Zilk von der Tourismus-Zentrale in Nürnberg, der deshalb mit den Reedereien über Nürnberg als Ausgangspunkt für Kreuzfahrten verhandelt.
Von Martin Fuchs, MARCO POLO News-Redaktion
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