27.09.2012

Reiserecht Reiserecht: Deutsche Tourismusbranche fordert Gesetze zum Schutz des Kunden

Online-Reiseportale sind eindeutig auf dem Vormarsch - doch es gibt immer noch einige unseriöse Anbieter, die dem Image dieser Branche immens schaden. Deshalb wird bei Führungskräften der deutschen Reiseindustrie nun der Ruf nach gesetzlichen Richtlinien laut, die den Verbraucher schützen.


Unseriöse Reiseangebote im Internet sollen künftig eingedämmt werden|hoboton/stockxchng

In den vergangenen Wochen und Monaten nahmen die Medien einige Internet-Reisebüros verstärkt ins Visier - mit keinem guten Ergebnis. Allen voran steht das Leipziger Unternehmen Unister Holding GmbH, Betreiber der Portale Fluege.de, Reisen.de und Ab-in-den-Urlaub.de. Die Fachzeitschrift Computer Bild bezeichnete die Firma sogar als "Abzock-Imperium". Eine solch negative Berichterstattung verunsichert die Konsumenten und färbt auch auf vertrauenswürdige Anbieter ab. Der Meinung sind auch führende Manager der deutschen Touristikbranche - sie sehen unmittelbaren Handlungsbedarf. Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Trendscope unter 233 Geschäftsführern spricht eine deutliche Sprache: 75 Prozent sind der Ansicht, dass es bei Online-Reiseangeboten erheblich an Transparenz für den Kunden mangelt.


TÜV und Verfassung als Kontrollinstanzen


Knapp über die Hälfte der Befragten sieht die Lösung in einer einheitlichen TÜV-Zertifizierung eine mögliche Lösung und plädieren dafür, dass sich jedes Internet-Reisebüro verpflichtend einer solchen Zertifizierung unterziehen müsste. 63 Prozent der Manager sehen die Politiker unter Zugzwang, schnellstmöglich entsprechende Gesetze zu entwerfen. Verstößt eine Firma dann gegen diese Regeln, sind sich 89 Prozent einig, dass die Strafen künftig strenger ausfallen müssen.


Auch Verbraucher in der Pflicht


87 Prozent der Führungskräfte sehen in Online-Portalen die Zukunft der Reisebranche. Daher pochen sie auch auf schnelle Maßnahmen zum Schutz des Verbrauchers. Ein erster Schritt zu mehr Durchsichtigkeit bei der Internetbuchung wurde immerhin schon getan: Seit 1. August ist ein neues, übersichtliches Bestellformular Pflicht, auf dem alle Kosten genau aufgelistet werden müssen. Aber auch den Kunden sprechen die Befragten eine gewisse Eigenverantwortung zu. 92 Prozent sind der Ansicht, dass unseriöse Unternehmen oft ein leichtes Spiel hätten, da viele Verbraucher zu sehr auf den Preis fixiert seien. Solange bis weitere Bestimmungen zum Schutz vor Kostenfallen im Internet erlassen werden, gilt also: Im Zweifelsfall sollte ein Angebot lieber ein zweites Mal geprüft werden.


Von Kathrin Wiesmann, MARCO POLO News-Redaktion


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