04.05.2013

Erhöhte Turbulenzen Klimawandel macht Flugreisen unbehaglicher

Anschnallen und festhalten: Durch den Klimawandel könnten transatlantische Flüge in den kommenden 40 Jahren vermehrt mit Turbulenzen in der Luft zu kämpfen haben. So lautet zumindest die Prognose britischer Wissenschaftler. Dadurch würden Flugreisen nicht nur holpriger, sondern möglicherweise auch teurer.


Noch können sich Passagiere den ganzen Flug über meist entspannt zurücklehnen, aber ab Mitte dieses Jahrhunderts ist’s damit wohl vorbei – zumindest bei Transatlantikflügen. Dann könnte es auf Reisen in der Luft wesentlich ungemütlicher zugehen als heute, berichten britische Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“, denn: „Der Klimawandel sorgt nicht nur für eine Erwärmung der Erdoberfläche“, schreiben Paul Williams von der University of Reading und Manoj Joshi von der University of East Anglia in Norwich. „Er verändert auch die Luftströmungen in der Atmosphäre in zehn Kilometern Höhe, dort, wo Flugzeuge fliegen.“ Das mache die Atmosphäre anfälliger für Instabilität – und somit "Clear-Air"-Turbulenzen häufiger, erklärt Williams. Diese treten bei wolkenfreiem Himmel auf und können selten vorhergesagt werden. Verantwortlich für die Turbulenzen sind gegensätzliche Windströmungen, die selbst große Flugmaschinen in der Luft "hopsen" lassen. Umgangssprachlich ist dieses Phänomen auch als Luftloch bekannt.


Bei ihrer Untersuchung hatten Williams und Joshi mit Computer-Simulationen die Entwicklung der Jet-Ströme über dem Nordatlantik nachgeahmt. Zunächst simulierten sie den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre zur Zeit der vorindustriellen Revolution, um ihn dann schrittweise auf das Doppelte des präindustriellen CO2-Wertes ansteigen zu lassen - der Zustand, mit dem in den kommenden 40 Jahren zu rechnen ist. Das unbequeme Ergebnis der Studie: Turbulenzen könnten dann um 40 bis 170 Prozent häufiger vorkommen. Außerdem nehme ihre Stärke möglicherweise um zehn bis 40 Prozent zu.


Damit wird Fliegen nicht nur holpriger, sondern wahrscheinlich auch teurer. Denn um die Turbulenzen zu umfliegen, brauchen die Flugmaschinen mehr Treibstoff, erklärte Williams gegenüber BBC News. "Treibstoff kostet Geld, das die Fluggesellschaften zahlen müssen." Letztlich könnte sich dieser Umstand in teureren Flugtickets bemerkbar machen. "Der Luftverkehr ist in erster Linie mitverantwortlich für den Klimawandel", so Williams laut Telegraph. "Ironischerweise scheint sich das Klima dafür zu rächen, indem es das Fliegen turbulenter macht."

 

Von Jonathan Frey


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