05.04.2013

Medizintourismus Im Urlaub in die Klinik

Oft ist der Gang zum Arzt in der eigenen Stadt schon unangenehm genug. Zum Zahnarztbesuch also extra ins Ausland reisen? Medizintourismus kann sich durchaus lohnen. Mitunter lassen sich durch ärztliche Behandlungen in der Ferne enorme Kosten sparen.


Angenehmes mit Unangenehmem verbinden: Reisende bekommen nicht nur tolle Sehenswürdigkeiten in der Ferne geboten, sondern sparen auch noch Kosten bei medizinischen Behandlungen.

Immer mehr Europäer fahren nach Information der Nachrichtenagentur Reuters ins Ausland, um sich ärztlich behandeln zu lassen. „Es war für mich einfach günstiger, einen Zahnarzt in Ungarn aufzusuchen“, erklärte ein 42-jähriger Physiotherapeut aus Berlin seine Beweggründe für einen Klinikbesuch bei Budapest. Mehrere hundert Euro sparte er im Vergleich zu einer entsprechenden Behandlung in einem deutschen Krankenhaus. Über Internetwerbung war er auf die Klinik in der Nähe der ungarischen Hauptstadt gestoßen. In der sauberen Einrichtung fühlte er sich gut aufgehoben, das Ärzteteam war kompetent, die Behandlung sorgfältig.

 

Mittlerweile gibt es Reiseveranstalter, die sich auf reisewillige Patienten spezialisiert haben. Der Medizintourismus boomt. Professor Helmut Wachowiak von der Internationalen Hochschule Bad Honnef schätzt den Wert des weltweiten Markts auf eine Summe zwischen 30und 46 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Pro Jahr sei ein Wachstum von etwa 20 Prozent zu verzeichnen. Zunehmend entdecke die Reiseindustrie die Sparte des Gesundheitstourismus für sich, so der Tourismus-Experte.

 

Oftmals ist nicht nur die Behandlung im Ausland billiger, sondern auch die Wartezeit kürzer. Oder aber der Patient will sich einer Therapie unterziehen, die in seinem Heimatland nicht angeboten wird. Längst rüsten die Kliniken auch bei der Ausstattung auf, damit die internationalen Patienten keine Abstriche machen müssen. Außerdem locken die Sehenswürdigkeiten in der Fremde. „Viele Patienten entscheiden sich gezielt für eine Stadt, die neben der Behandlung noch mehr zu bieten hat", sagte Stefan Boeckle, Director International Healthcare der HELIOS Privatkliniken GmbH. „Vorausgesetzt natürlich, ihr Gesundheitszustand lässt es zu.“ Der Klinikbetreiber bietet Serviceleistungen für Patienten aus dem Ausland an, hilft bei der Organisation des Visums, der Hotelunterkunft und des Besichtigungsprogramms.

 

Laut der Deutschen Zentrale für Tourismus wurden hierzulande im Jahr 2010 über 77.000 Patienten aus dem Ausland behandelt - für eine Gesamtsumme von 930 Millionen Euro. Die meisten kämen aus europäischen Ländern, Russland, den Golf- oder den Vereinigten Staaten. Eine Umfrage von IPK International ergab, dass weltweit bereits drei bis vier Prozent der Weltbevölkerung für den Klinikaufenthalt in die Fremde reisen. 52 Prozent der Europäer könnten sich mit der Idee anfreunden. Das Potential des Medizintourismus ist noch lange nicht ausgeschöpft. „Da gibt es noch immer unglaublich viel Raum zum Wachsen“, erklärte Claudia Staedele von Dr. Holiday, ein Gesundheitsreisen-Veranstalter der REWE-Group.

 

Von Hannah Berg


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