23.11.2012

Frankreich Frankreich: Wandern ohne Esoterik - Der Anti-Jakobsweg

Der Jakobsweg hat sich im Laufe der Zeit vom ruhigen Pilgerweg zum Trendsport-Pfad entwickelt. Wandern ist Kult, doch findet man auf den überfüllten Wanderwegen wirklich göttliche Erleuchtung und muss das überhaupt sein? Es gibt Alternativen.


Fernwanderweg GR 10 - unterwegs ohne religiöse Bestrebungen|brendan76/stockxchng

Wer hat nicht schon einmal von ihm gehört, dem berühmtesten Pilgerpfad Europas? Kaum einer, denn der Jakobsweg ist populär wie nie. Bücher wie Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ machten das Beschreiten des Wanderwegs zum Kulturlaub. Und so pilgern die Massen von Herberge zu Herberge und erhoffen sich nebenbei religiöse Erleuchtung. Dass es auch anders geht, beweist der Fernwanderweg GR 10. Ohne jede Esoterik stürzen sich hier Natur- und Wanderfreunde ins Abenteuer.


Quer zum Jakobsweg


Der Fernwanderweg GR 10 verläuft quer zum Jakobsweg und immer wieder kreuzen sich die Routen. Der GR 10 führt quer durch die Pyrenäen, mal sehr abenteuerlich am Abhang entlang, dann wieder entspannt durch grüne Auen. Anstelle des Muschelsymbols kennzeichnen rot-weiße Balken den richtigen Weg. Im unübersichtlichen Gelände, wo sich das Zeichen nicht so einfach an Baustämme und Steine pinseln lässt, sind Steinmännchen aufgestellt. Von Hendaye am Golf von Biskaya führt der Wanderweg, entlang der spanisch-französischen Grenze, bis zum Städtchen Banyuls-sur-Mer. Gute, konditionierte Wanderer schaffen die gesamte Strecke in ca. zwei Monaten. Viele Reisende teilen sich die Strecke jedoch auf und kommen jährlich um für ein oder zwei Wochen auf dem Pfad zu wandeln. Gewandert werden sollte auch ausschließlich im Sommer, da die Wege bei Schnee und Unwetter unmöglich zu begehen sind.


Kein Strom, kein Internet


Auch wenn der Fernwanderweg ohne alles Religiöse auskommt, so sind es doch meist Menschen, deren Leben einen Wendepunkt erreicht hat, die diesen Weg beschreiten. Der Student der sich nach dem Abschluss ins Berufsleben startet oder das Ehepaar, das jetzt in Rente kommt. Wer einmal Ruhe und Einsamkeit sucht, Zeit für sich eben, der ist auf dem Fernwanderweg genau richtig, denn auch die Berghütten sind oft von der Außenwelt abgeschnitten: kein Internet, kein Fernsehgerät, vielleicht einmal ein Radio. Nach den anstrengenden Wanderungen durch die Atemberaubende Landschaft, ist man sowieso dankbar für das was man bekommt: ein warmes Essen und ein Bett. Gerade darin liegt für viele Wanderer der Reiz. Beschränkt auf das Nötigste, nur mit dem Rucksack und ohne Ablenkungen, unterwegs zu sein.


Lea Müller McBride, MARCO POLO News-Redaktion


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