28.02.2013

Luftverkehrs-Studie Flugverspätungen verbreiten sich wie Krankheiten

In einer Studie haben spanische Wissenschaftler die Ursachen von Staus auf Flughäfen untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich Verspätungen wie Krankheiten von Flughafen zu Flughafen verbreiten. Grund dafür sei die starke Vernetzung der Airports untereinander – die zugleich eine Stärke des modernen Luftverkehrs ist.


Weltweite Kettenreaktion: schon eine Flugverspätung reicht aus, um den Flugplan durcheinander zu bringen.

„Unser Ansatz kam aus der Epidemiologie, der Ausbreitung von Krankheiten“, sagt Pablo Fleurquin. Der spanische Wissenschaftler hat die Studie in dem Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht. Darin untersuchte er zusammen mit mehreren Kollegen Luftverkehrs-Staus bei mehr als acht Millionen Flügen in den USA im Jahr 2010.


37,5 Prozent der Flüge waren verspätet. Die Verspätungen folgten auf jedem Flughafen dem gleichen Muster: die weitaus meisten betrugen nur einige Minuten, einige wenige dauerten Stunden. Der Durchschnittswert lag bei 29 Minuten.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die dramatischen Staus aus vielen kleinen Verspätungen an Flughäfen ergaben, die miteinander verbunden sind. Passagiere und Crewmitglieder verpassen ihre Anschlussflüge, das eng getaktete System des US-Luftverkehrs bricht zusammen.


Die Autoren der Studie unterschieden darauf primäre und sekundäre Verspätungen. „Primäre Verspätungen können sich aus allem ergeben: einem defekten Flugzeug, Wetter oder Streik auf Flughäfen“, erklärte Fleurquin. „Diese primären Verspätungen werden durch das Netzwerk verbreitet und manchmal durch dessen Verbindungen vervielfacht.“ Als Beispiel nannte er den Flughafen Atlanta, eine Drehscheibe, die mit Dutzenden von Flughäfen in den USA verbunden ist. Wenn dort ein Flugzeug wegen Problemen nicht starten kann, verspäten sich auch die Flüge in Washington oder Philadelphia.


Die Diagnose ist klar, doch das Problem ist schwer zu lösen. Denn die starke Vernetztheit ist zugleich eine der großen Stärken des modernen Luftverkehrs. Sie ermöglicht beispielsweise, dass man von Chicago nach San Francisco gelangt, auch wenn der geplante Zwischenstopp in Denver nach einem Schneesturm verlegt werden muss. Passagieren bleibt also nur die Lehre, auch an Reisetagen mit schönem Wetter viel Lesestoff mitzunehmen. Man weiß nie, was sich im Luftverkehrs-Netz zusammenbraut.

 

Von Hannah Berg


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