Australien

Werden tasmanische Sträflingsstätten Weltkulturerbe?

Während sich in Tasmanien der Teufel in Nationalparks herumtreibt, wird dort in den Sträflingsstätten die Vergangenheit der Kolonialzeit lebendig: Fünf ehemalige Straflager wurden jetzt für das UNESCO-Weltkulturerbe nominiert.

Werden tasmanische Sträflingsstätten Weltkulturerbe?

Tasmaniens atemberaubende Landschaft
Kleber PR Network

Tasmanien - bei dem Namen denken einige an die Zeichentrickserie mit Bugs Bunny, wo der tasmanische Teufel wie ein Wirbelwind durch die Wüste fegt. Den tasmanischen Teufel gibt es dort wirklich, doch die Insel vor der australischen Küste hat mehr zu bieten: Hier findet man eine einzigartige Natur vor und stößt auf eine grausame Geschichte der Sträflingslager. Heute wurden aus ihnen Erinnerungsstätten gemacht, die jetzt die Aufmerksamkeit der UNESCO auf sich gezogen haben.


Von der Sträflingskolonie zum Weltkulturerbe

Fünf tasmanische Sträflingsstätten hat die UNESCO für das Weltkulturerbe nominiert, beispielsweise die Ross Female Convict Factory im Süden der Hauptstadt Hobart und die Cole Mine-Sträflingsstätte Port Arthur auf der Halbinsel Tasman Peninsula. In Port Arthur mussten rund 12.500 Häftlinge Zwangsarbeit im Kohleabbau oder Schiffsbau verrichten. Heute wurde aus den eingestürzten Schächten der Kohleminen und dem nahegelegenen Straflager ein riesiges Freilichtmuseum geschaffen. Die ersten Sträflinge aus Großbritannien wurden etwa um 1800 unter grausamen Bedingen in die Kolonien in Australien und Tasmanien deportiert; erst 1854 wurde das gesetzlich verboten. Sträflingskolonien galten damals als Ersatz für die Todesstrafe, die für Hochverrat und Mord bis hin zu Körperverletzung und Diebstahl verhängt wurde.


Der wilde Südwesten

Ob die Sträflingsstätten Weltkulturerbe werden, entscheidet sich im Mai 2010 - Reisende können aber jetzt schon die gemäßigten Regenwälder, die kahlen Gebirge, die über 90 Meter hohen Eukalypten oder die Wildwasserflüsse genießen, die bereits zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Tasmanien besteht fast zur Hälfte aus Nationalparks: Im South West National Park zum Beispiel können Naturfreunde auf Entdeckungsreise verschiedener Tierarten gehen, die es sonst nirgends gibt, darunter den tasmanischen Teufel, das Schnabeltier oder den Ameisenigel.


Von Dorothea Soszka, MARCO POLO News-Redaktion

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