Lykischer Pfad: Zu Fuß durch die Antike

Lykischer Pfad: Zu Fuß durch die Antike

 

Wer bei einem Türkei-Urlaub nur an entspannte Tage bei Sonne, Strand und Meer denkt, irrt. Das Land bietet weit vielfältigere Möglichkeiten. Eine der attraktivsten ist tatsächlich Sonne, Strand und Meer – aber in der Kombination mit dem Lykischen Wanderweg, einer der schönsten Wanderrouten am Mittelmeer.

509 km ist er lang, der Lykische Pfad, und er erstreckt sich vom Südwesten der Türkei in Fethiye bis zur Mittelmeermetropole Antalya. Wer ihn vollständig durchwandern will, sollte einen Monat Zeit einkalkulieren. Doch niemand muss das ganze Mammutprogramm absolvieren, um in den Genuss eines ganz besonderen Kultur- und Naturerlebnisses zu kommen. Von den Orten an der Küste, die der Weg streift, ist es jederzeit möglich, ein- oder auszusteigen. Genauso gut können Sie aber auch unterwegs an einem der Strände eine Pause einlegen und sich ein paar Tage in einem luxuriösen Hotel erholen, bevor Sie anschließend wieder mit Rucksack und Zelt losmarschieren.

Insel Kekova
Die pittoreske Insel Kekova liegt auf der Landzunge von Simena|Türkei

Zwischen Meer und Bergen

Am schönsten ist zweifellos der Frühling, wenn im März und April die Natur erwacht. Der gesamte Weg schlängelt sich, in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an den Hängen des Taurus zwischen Küste und Hochebenen entlang. Alle Etappen sind gut zu bewältigen, gutes Schuhwerk ist allerdings auch auf den leichteren Stücken ein Muss – Badelatschen gehören zwar ins Gepäck, aber nicht auf den Weg.

Durchs Land der Lykier

Das Einmalige des Lykischen Wanderweges macht die Kombination von Natur und Kultur aus. Denn der Name verrät es schon: Der Pfad führt durch das antike Lykien, dessen Zeugnisse immer wieder, quasi am Wegesrand, auftauchen. Die Lykier hinterließen keine schriftlichen Zeugnisse, deshalb ist wenig über ihre Gesellschaft bekannt. Allerdings betrieben Sie einen eindrucksvollen Totenkult. Und so finden sich sowohl in die Flanken der Berge hinein gemeißelte Felsengräber wie auch große freistehende Sarkophage. Der Weg führt auch an den immer noch eindrucksvollen Überresten einst großer lykischer Handelsstädte wie Xantos, Letoon und Termessos vorbei, alles gut befestigte Orte, an deren Eroberung Alexander der Große genauso wie später die Römer scheiterten.

Sechs Tage bis zum Strand

Grundsätzlich ist die erste Hälfte des Weges leichter zu bewältigen als die zweite, weil erst im zweiten Abschnitt die großen Steigungen kommen. Wer oberhalb von Fethiye losmarschiert, bleibt zunächst eher in Küstennähe, passiert die Ruinen von Xantos, das die Unesco zum Weltkulturerbe erklärt hat, und erreicht nach rund sechs Tagesetappen den schönsten Strand der türkischen Mittelmeerküste in Patara.

Felsengräber Demre-Myra
Bekannt ist Myra als Wallfahrtsort wegen des von dort stammenden Nikolaus|Türkei

Versunkene Städte und . . .

Nach Patara, auf dem Weg nach Kaş, kommen die ersten anspruchsvollen Steigungen. Diese Strecke können Sie aber auch problemlos mit dem Bus zurücklegen, um dann von Kaş aus weiterzulaufen. Auf dem dann folgenden Streckenabschnitt finden sich nämlich mit Üçağız und  der vorgelagerten Insel Kekova zwei Höhepunkte des Wanderweges. In der Bucht liegt eine versunkene lykische Stadt, die von einem Boot aus einen phantastischen Anblick bietet. Nach  nach wenigen Kilometern folgen die eindrucksvollen Felsgräber von Demre, dem antiken Myra. Von hier stammt einer der bekanntesten katholischen Heiligen: Nikolaus von Myra war Bischof in Lykien, jedes Jahr am 6. Dezember wird seiner in der christlichen Welt gedacht.
 

. . . ewige Flammen

Ab Demre ist der Wanderweg nur noch geübten Kletterern zu empfehlen, aber auch hier können Sie erst einmal wieder auf den Bus ausweichen. Fahren Sie bis Finike und wandern Sie ab dort noch einmal einige Etappen am Meer entlang bis zur romantischen Bucht von Olympos und den ewigen Flammen von Çıralı. Ab hier führt der Weg dann bis auf fast 2000 m Höhe. Wer allerdings genug vom Laufen hat und noch von ein paar entspannten Tagen im Sand träumt, der fährt mit dem Bus die letzten 50 km nach Antalya an den nächsten Strand. Jede Menge Tipps für die besten Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants bietet der Marco Polo Reiseführer Türkische Südküste.     


Text: Dilek Zaptçioğlu

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