Zeitzonen: Was Reisende über die Zeitverschiebung wissen müssen

Wenn New York aufsteht, sitzen die Deutschen bereits beim Mittagessen und in Australiens Hauptstadt Sydney ist es schon wieder mitten in der Nacht. Der Grund: die Zeitverschiebung. Bei Reisenden sorgt die Zeitumstellung nicht selten für Verwirrung. Muss die Uhr nun eine Stunde vor oder zurück gedreht werden? Und warum eigentlich? Wir sagen Ihnen, was Sie über Zeitzonen, UTC und MEZ wissen müssen.

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Überblick über die Zeitzonen der Welt

Weltkarte mit Zonen gleicher Normalzeit (ggf. genutzte Sommerzeit unberücksichtigt), Stand: Oktober 2014
Quelle: de.wikipedia.org, © TimeZonesBoy Text unter CC-BY-SA-Lizenz


Übrigens: In den "Quick Facts" unserer MARCO POLO Onlinereiseführer wird die lokale Ortszeit und die Zeitverschiebung des jeweiligen Reiseziels zur Mitteleuropäische Zeit angezeigt - damit bleibt einem die komplizierte Zeitumrechnung erspart.

Reise durch die Zeitzonen - Wie kam es zu der Aufteilung?

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Zeit ausschließlich nach der Sonne bestimmt – stand sie am höchsten Punkt, war es 12 Uhr. Folglich gab es an fast jedem Ort eine eigene Ortszeit, die sogenannte Wahre Ortszeit (WOZ). So lange Reisende zu Fuß oder mit Pferd und Kutsche unterwegs waren, war das kein Problem. Mit dem Siegeszug der Eisenbahn allerdings musste eine normierte Zeit für die Fahrpläne gefunden werden.

Zunächst wurden Standardzeiten festgesetzt, die sich meist nach den Hauptstädten wie Berlin, Genf oder Paris richteten und für das Staatsgebiet galten. Vorreiter bei der Einteilung in neue Zonen waren dann die US-amerikanischen Eisenbahngesellschaften: Sie gliederten Nordamerika in vier, später fünf Zeitzonen. 1884 schließlich wurde der Greenwich-Meridian als Nullmeridian bestimmt.

Ausgehend von diesem wurde die Welt in 24 ideale Zeitzonen unterteilt, die jeweils 15 Längengrade beinhalten. Die Zeitverschiebung zu einer benachbarten Zone macht eine Stunde aus - je Zeitzone nach Westen wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt, nach Osten vorgedreht.

Wie wird die Zonenzeit berechnet?

Berechnet werden die Zonenzeiten heute überwiegend über die koordinierte Weltzeit (UTC) und nicht mehr mittels der Greenwich Mean Time (GMT). Die UTC ist Grundlage für die in Deutschland geltende Uhrzeit, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Sie wird ermittelt, indem man eine Stunde addiert – zur Sommerzeit (MESZ) zwei Stunden.

Symbolisch dargestellt werden die verschiedenen Zeitzonen der Erde zum Beispiel auf der Weltzeituhr in Berlin.

Was hilft gegen Probleme mit der Zeitverschiebung?

Jeder Reisende kennt und fürchtet ihn – den Jetlag. Über Russland nach Australien oder gen Westen nach New York: Langstreckenflüge über mehrere Zeitzonen stören den Schlaf-Wach-Rhythmus oder die innere Uhr des Menschen. Man wird müde und gereizt. Was aber hilft gegen die Probleme mit der Zeitumstellung?

Immer wieder findet sich in Ratgebern der Tipp, sofort nach der Ankunft die Uhren umzustellen und den Tagesrhythmus des Zielortes zu übernehmen – also beispielsweise nach der Landung in den USA noch möglichst lange wach zu bleiben. Auch viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen hilft, da das Tageslicht unsere innere Uhr mitbestimmt. Auf Alkohol und Schlafmittel sollte man hingegen verzichten und stattdessen tatsächlich öfter eine Tasse Kaffee trinken – denn Koffein gilt als Wachmacher.

Generell gilt für Zeitzonen-Reisende: Wer nach Osten reist, hat Studien zufolge meist den stärkeren Jetlag. Fliegt man hingegen nach Westen ist der Tag länger – was dem biologischen Rhythmus eher entgegen kommt.

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