Greeter inEuropa

Berlin


Wie wär's mit einer Currywurst-und-Bier-Tour durch Berlin? Oder lieber eine kinderwagentaugliche Stadtführung? Auch die Tour mit dem Thema „Mauer und Flucht“ von einem Greeter, der selbst in den 1960er Jahren „rübergemacht“ hat in den Westen, klingt verlockend. In London kann man Rockstars in ihren Wohnungen treffen, in Belgrad wird man in Clubs eingeschleust, die sonst nur Einheimischen zugänglich sind. Jede Tour wird garantiert zum unvergesslichen Erlebnis.

Grundsätze des Greeter-Programms

Die engagierten Stadtführer, die ihre Gäste auf Touren zwischen einer und vier Stunden mitnehmen, haben sich auf einige Grundsätze geeinigt. Die wichtigsten sind:

  1. Sie arbeiten ehrenamtlich und bereiten all ihren Besuchern einen herzlichen Empfang.

  2. Greeter begrüßen einzelne Gäste bzw. sehr kleine Gruppen bis maximal sechs Personen.
  3. Der Spaziergang mit einem Greeter ist kostenlos. Auch Trinkgelder sind unerwünscht.
  4. Die Greeterprogramme unterstützen nachhaltigen Tourismus und fördern das Image ihres Heimatortes.
Pärchen mit Karte in der Hand
Greeter nehmen ihre Gäste mit auf einen ganz persönlichen Spaziergang.| © webphotographeer, iStock

Darüber hinaus sollte jeder Interessierte sich im Klaren sein, dass hier keine Stadtführungen im üblichen Sinn angeboten werden, die sich um historische Zahlen oder Daten drehen. Vielmehr geht es um einen Dialog auf Augenhöhe, einen Erfahrungsaustausch über das Lebensgefühl einer Region oder Stadt. „Was macht diesen Ort so lebenswert?“ ist die Frage, die die Greeter ihren Gästen mit ihrer Tour beantworten. Und diese Antwort ist meist spannender als das Abklappern der bekannten Sehenswürdigkeiten.

Deutschland

Die Berlin Greeter zeigen sich sehr engagiert und vielseitig. Für jeden Geschmack und viele Sprachen ist etwas dabei. Die Profile der ehrenamtlichen Stadtführer können sogar im Internet eingesehen werden.
Auch die Greeters in Hamburg und München machen einen sehr professionellen Eindruck und kümmern sich liebevoll um ihre Gäste. Die Stadtführer in Rhein-Ahr führen auch durch Bonn. Frisch dabei sind die Städte Köln, Mannheim und Heidelberg; etliche weitere sind in Vorbereitung.

Eiffelturm, Paris
Nirgendwo gibt es so viele Greeter wie in Frankreich. | © Janet Céline, iStock


Frankreich

Frankreich ist das Land mit der derzeit größten Greeter-Dichte. In 17 Städten existiert eine Greeter-Vereinigung, die ihre Gäste mit auf die persönliche Reise nehmen: Angers, Bourgogne, Champagne, Charentes, Lyon, Marseille, Meurthe-et-Moselle, Mulhouse, Nancy, Nantes, Paris, Paris Boulogne, Pas-de-Calais, Tarn-Albi, Tours, Troyes-Aube, Sélestat. Und täglich werden es mehr …

Großbritannien

London lässt sich am besten über die einzelnen Viertel erkunden. Durch Camden führt Londons gefragtester Greeter der ersten Stunde: Roger, der als pensionierter Uni-Dozent nicht nur eine Menge zu erzählen weiß, sondern seinen Besuch auch mal in die Wohnung eines Rockmusikers mitnimmt. Um bei ihm ein Plätzchen zu ergattern, muss man deshalb frühzeitig buchen.
Auch Kent, Brighton und Winchester haben es London gleichgetan und bieten ihren Besuchern kostenlose individuelle Führungen an.

Serbien

Sehr musikalisch präsentieren sich nicht nur die Webseiten der Greeter in Belgrad und Subotica. Auch bei den Führungen stehen Musik und Nightlife hoch im Kurs. Denn das berüchtigte Nachtleben der serbischen Hauptstadt spielt sich zu einem großen Teil im Untergrund ab, zu dem man nur in Begleitung eines Einheimischen Zutritt bekommt.
Mit Kragujevac sind es insgesamt drei Städte, die den Besucher in Serbien herzlich willkommen heißen.

Belgien

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bleiben bei einer Führung in Brüssel außen vor. Das Anliegen der dort ansässigen Greeter ist vielmehr, den Gästen einen ehrlichen Eindruck von ihrer Stadt zu geben. Hier wird nichts beschönigt. Auch das Tourismusamt hält viel von dieser Idee und lässt den Guides große Unterstützung zukommen in Form von Fortbildungen und gemeinsamen Treffen.
Weitere Greeter-Führungen gibt es in Namur und Mons.

Spanien

In Spanien haben sich Greeter in den Städten Madrid und Bilbao zusammengefunden. Auch das Baskenland bietet Führungen für interessierte Gäste an. 

Schweiz, Niederlande, Griechenland, Russland

In den übrigen europäischen Ländern wird die Auswahl schon dünner. Aber ein paar interessante Städte sind zum Glück fest in der Hand von Greetern: Zürich, den Haag, Athen und Moskau.

 

von Solveig Michelsen

 

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