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Wie ein gigantisches Freilichtmuseum, so wirkt Jordanien an vielen Orten. 10 000 Jahre weit reicht seine Kulturgeschichte zurück — eine Art Zeitreise, die in einem zu Stein gewordenen Traum mitten in der Wüste gipfelt: die berühmte Felsenstadt Petra.
Von den frühesten menschlichen Siedlungen über biblische Orte und griechisch-römische Städte bis zu den Kreuzfahrerburgen des Mittelalters und den schmucken Wohnpalästen der Osmanenzeit in Salt und Irbid: Weil sich das kleine Land immer im Schnittpunkt großer Zivilisationen befand, blickt es auf eine reiche, bewegte Vergangenheit zurück.

Seit der schweizerische Orientforscher Jean Louis Burckhardt im Jahr 1812 auf abenteuerlichen Wegen Petra besuchte und in Europa über seine Eindrücke berichtete, wuchs das Interesse an Jordanien stetig.
Seit den 1920er-Jahren arbeiten Archäologen in der im 7. Jh. von einem Erdbeben getroffenen rosaroten Felsenstadt — und haben sie so zu einem der wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten im gesamten Nahen Osten gemacht.
Heute reisen jährlich bis zu einer Million Touristen nach Jordanien, um die ehemalige Hauptstadt des Nabatäerreiches zu bewundern, die sich gut versteckt im majestätischen Wadi Musa mehrere Kilometer weit hinzieht und die als eines der Neuen Weltwunder gilt. Mit dem berühmten Schatzhaus, über 1000 Felsengräbern, der Königswand und dem Kloster ist es eines der wichtigsten touristischen Glanzstücke Jordaniens. Petra ist jedoch bei weitem nicht das einzige touristische Glanzstück Jordaniens. Kleiner Tipp: Machen Sie auch einmal einen Abstecher zu Little Petra, hierher kommen nur wenige Touristen!
Das kleine Königreich mit seinen gerade einmal 6 Mio. Einwohnern birgt ein imposantes kulturgeschichtliches Erbe: Die weltbekannten Statuen von Ain Ghazal – aktuell zu sehen im Archäologischen Museum in Amman — sind rund 10 000 Jahre alt und wurden unweit der Hauptstadt in einer der ältesten menschlichen Siedlungen der Welt gefunden. Viele jordanische Orte und Regionen (Edom, Ammon, Moab) werden bereits in der hebräischen Bibel erwähnt, dem Alten Testament der Christen.
Die römischen Ruinen von Jerash (Gerasa), Amman (Philadelphia), Umm Qais (Gadera) und Tabaqat Fahl (Pella) ), die in der Antike zum sogenannten „Zehnstädtebund“ (Dekapolis) gehörten, sind teilweise so gut erhalten und wirken so lebensnah, dass man das Gefühl hat, auf einer Zeitreise unterwegs zu sein. Und so ist Geschichte in Jordanien immer lebendig und sinnlich erfahrbar, ob beim Blick vom Berg Nebo hinab auf das Tote Meer, bei der Besichtigung frühchristlicher Kirchen und Mosaiken in Madaba und Umm Rasas oder bei einem Gottesdienst an der Taufstelle Jesu in Bethanien am Jordan.
Einen Eindruck vom Leben in der Frühzeit des Islams, der in Jordanien mit der Schlacht am Yarmuk im Jahr 636 n. Chr. Einzug hielt, vermitteln die sogenannten Wüstenschlösser. Während des islamischen Mittelalters wurde das Ostjordanland zu einer wichtigen Handels- und Pilgerroute zwischen Damaskus und Arabien, zu deren Verteidigung die Kreuzritter ab dem 12. Jh. eine ganze Reihe imposanter Kreuzfahrerburgen errichteten, die bis heute erhalten sind: unter anderem Shobak, Kerak und Ajloun.
Von Martina Sabra
Mehr Informationen zu:
Archäologisches Museum in Amman:
visitjordan.com - Museum
Mosesberg:
spiegel.de
Mosaike in Madaba
visitjordan.com - Madaba
Taufstelle in Bethanien:
visitjordan.com - Bethanien
Wüstenschlösser:
visitjordan.com - Wüstenschlösser
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