![]() Bay of islands: Geschmückt von romantischen Holzveranden voll viktorianischem Charme |
Über dem „Höllenloch des Pazifiks“ weht eine leichte Brise. Rote Blüten schaukeln in der warmen Frühlingsluft, unter einem luftigen Schäfchenwolkenhimmel träumen weiße Gebäude mit romantischen Holzveranden voll viktorianischem Charme durch den Morgen. Auf der Hauptstraße, die am kleinen Strandstreifen entlang führt, ist kein Mensch zu sehen, kein Motor zu hören, nur das leise rhythmische Plätschern des Meeres. Und das leuchtet, wie kann es auch anders sein in dieser Idylle, unverschämt türkisfarben.
Nein, Russell ist längst nicht mehr das „Höllenloch des Pazifiks“, der verrufenste, gott- und gesetzloseste Ort am Ende der Welt, voller verlauster Walfänger und entlaufener Sträflinge. Das war einmal, um 1830, noch bevor die Siedlung Neuseelands erste Hauptstadt wurde. Die heute noch sichtbaren Einschusslöcher von 1845 in der Christ Church beweisen allerdings, dass mit den Bewohnern Russells auch Jahre später nicht gut Kirschen essen war. Apropos essen, wer heute das Städtchen besucht, sollte Appetit mitbringen. Und einen gut gefüllten Geldbeutel: Die Speisekarten der Restaurants bieten feinste Leckerbissen, allerdings zu Preisen, die für Bauchschmerzen sorgen können.
![]() Einfach nur sattgrün: Die exotischen Wälder der Nordinsel |
Was an Seafood auf die Teller des Duke of Marlborough – dem ältesten Pub des Landes –, im The Gables oder in Gannets Restaurant landet, hat keinen weiten Weg hinter sich. Schließlich liegt die Bay of Islands buchstäblich vor den Türen der Gourmetküchen und ist ein Hotspot für alle, die gern eine Angel ins Wasser hängen. Oder übers Wasser düsen, sei’s mit Motor- oder Windantrieb. Diese Welt der Inseln und Inselchen, wo sich kleine und größere Buchten an hellen Sandstränden entlang schwingen und die Hänge, mal voll exotischer Wälder, mal einfach nur sattgrün, direkt ins Wasser zu rollen scheinen, hat sich – wen wundert’s – längst zu einem der touristischen Zentren im hohen Norden Neuseelands gemausert. Der übrigens, ganz nebenbei, als der „winterlose Norden“ bezeichnet wird, dem subtropischen Klima sei Dank.
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