![]() Neuseeländisches, pazifisches Licht in der Crystal City |
Die erste Begegnung mit einer Stadt nach 32 Stunden Flugzeug und –häfen. Völlige Übermüdung, aber keine Chance, jetzt schlafen zu gehen. Der Geist ist völlig überdreht, die Sinne doppelt so scharf wie sonst. Und dann: Auckland in den sanften Strahlen der frühen Morgensonne. Eine Stadt wie aus Kristall, jedes Haus, jedes Fenster, jeder Baum mit scharf umrissenen Konturen. Die Luft aus Glas, so hell und klar und durchsichtig wie sonst nirgendwo auf der Welt. Neuseeländisches, pazifisches Licht in der Crystal City.
Eben dorthin, ans Licht, in die Sonne, zieht es einen nach den vielen Stunden Anreise. Also erstmal frühstücken, zum Beispiel im Mecca Viaduct Basin, draußen auf der Terrasse, während gegenüber leise die Takelage der Yachten klimpert. Dass Auckland auch „City of Sails“ genannt wird, ist längst kein Geheimnis mehr, jeder sechste Aucklander hat sein eigenes Segelboot. Denn das, neben der Luft und dem Licht, ist das dritte Element, das Auckland prägt: das Wasser.
Immerhin kann die Stadt mit der unwiderstehlichen Anziehungskraft gleich mit zwei Häfen aufwarten, einem am Pazifik und einem am Tasmanischen Meer. Zwischendrin wuchert Auckland ungebremst in die Breite. 1,3 Mio. Menschen leben bereits entlang der Strände und Buchten rund um den Hauraki Gulf, an den Hängen der vielen Vulkankegel und Hügelketten, die die Stadt auf der Landseite umschlingen. Und trotzdem wirkt die einzig wahre neuseeländische Metropole so gar nicht großstädtisch – auch wenn sich die Queen Street jede Menge Mühe gibt.
![]() Hoch über der City: Aussichtspunkt Sky Tower |
Entlang der Straße mit dem königlichen Namen brummt Auckland schon am Morgen. Shopping, Arbeit, Hektik. Man selbst hätte eigentlich gerne einen Überblick, und macht sich auf zum Sky Tower, dem einsamen Superstar der eher bescheidenen Skyline. Ob die schlanke Nadel tatsächlich der höchste Turm der Südhalbkugel ist, sei dahingestellt. In diesem Moment zählt nur, dass sich Auckland in seinem Schatten in ganzer Schönheit Richtung Horizont räkelt. Überall glitzert Wasser, mit Spielzeugbooten, die ihr Kielwasser abzuschütteln versuchen, die erloschenen Vulkane haben sich als grüne Hügel verkleidet, drüber segeln hohe weiße Wolken.
Im Zustand des Schlafentzugs reicht der Glasboden auf der Aussichtsplattform bereits als Thrill: 4 cm dickes Glas und drunter 190 m Luft, bis die Straße kommt. Da braucht man nicht auch noch den Bungee-Sprung aus 192 m Höhe oder den Sky Walk; einmal rund um den Turm, in 192 m Höhe und auf einem Steg, der gerade einmal 1,20 m breit ist. Gut gesichert ist man zwar, ein Geländer gibt’s natürlich keins.
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