![]() Pferdekutschen sind in Kuba ganz normale Verkehrsmittel |
Und Santiagos Gegenwart? Das Leben scheint geprägt von einer gewissen Lethargie, die auch auf die Hitze zurückzuführen ist. Noch mehr als in Havanna hat man den Eindruck, die Zeit sei stehen geblieben. Neben alten DDR-Motorrädern und US-Fahrzeugen aus den 50er-Jahren sind Pferdekutschen hier noch immer ein wichtiges Transportmittel. Und weil es zu wenig Busse gibt, findet ein Großteil des öffentlichen Transports mit Kleinlastern statt, auf deren Ladeflächen die Menschen eng gedrängt stehen.
Der Touristenansturm auf die Stadt ist überschaubar, auch wenn der Erfolg des Films „Buena Vista Social Club“ viele Reisende anlockt, die im Casa de la Trova, im Casa de la Musica oder im Casa de las Tradiciones in die Welt des traditionellen kubanischen Son eintauchen möchten. Der Besuch von Spanisch- und Salsa-Tanzkursen ist ebenfalls populär, und wenn die Tanzlehrer gerade nicht ausgelastet sind, sind sie häufig in der Innenstadt unterwegs, um Touristinnen und Touristen kennen zu lernen. Nicht nur aus Kontaktfreude, sondern auch aus Geschäftssinn: Eine Einladung oder ein Trinkgeld der Fremden ist oft einträglicher als reguläre Arbeit. Schließlich verdient in Kuba ein Arzt oder Lehrer im Durchschnitt gerade mal 25 bis 30 US $ pro Monat.
![]() Im Weltklasse-Cabaret "Tropicana" tragen die Tänzerinnen farbenprächtige Kostüme |
Im Vergleich zur Hauptstadt Havanna wirkt Santiago provinziell und überschaubar. Daran ändert auch die Niederlassung des Weltklasse-Cabarets Tropicana nichts, das mehrmals pro Woche ein Varietéprogramm der Spitzenklasse bietet und das häufig in eine lange Diskonacht mündet. Wer nicht gerade im Juli zur Karnevalszeit nach Santiago kommt, der sollte die Chance nutzen, im Tropicana einen Eindruck vom Gefühl der närrischen Tage zu bekommen. Nicht nur, weil dunkelhäutige Schönheiten einige der aufwendigsten und farbenprächtigsten Karnevalskostüme präsentieren. Sondern auch, weil die typische chinesische Trompete hier zu hören ist – ein Holzinstrument, dessen leicht quäkender Klang typisch ist für den lebensfrohen Karneval in Santiago.
Text: Rainer Heubeck
Anreise:
Von Deutschland aus empfiehlt sich eine Anreise über den im Osten Kubas gelegenen Flughafen in Holguin, der von Condor angeflogen wird (Tel. 01805/767757, condor.de)
Übernachten:
Auf den Webseiten santiago-de-cuba.info, cubaguide.de, casaparticular.org und cuba-individual.com werden verschiedene Privatunterkünfte vorgestellt, so genannte Casa Particulares.
Wer lieber im Hotel übernachten möchte:
Casa Granda
58 Zi., Calle Heredia 201, Tel. 0053/22/ 68 66 00, Fax 68 61 70
Zentral im Stadtzentrum gelegenes Kolonialhotel mit viel Flair und Dachterrasse mit Blick über die Stadt.
Meliá Santiago de Cuba
302 Zi. u. Suiten, Avd. de las Américas y Calle M, Tel. 0053/22 68 70 70, Fax 68 71 70
solmelia.com
Großes, luxuriöses Hotel mit drei Pools, 2 km vom Stadtzentrum entfernt.
Beide Hotels können über SPRACHCAFFE Kuba Reisen gebucht werden:
sprachcaffe-kuba.com
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