Brasiliens Costa Verde: Grüner wird’s nicht

Pirateninseln, Goldstraßen und eine Reise in die Vergangenheit: Brasiliens Costa Verde südlich von Rio de Janeiro bietet viel mehr als nur Traumstrände und einen Ozean in leuchtendem Türkis.

Zuckerhut in Rio de Janeiro

Der Zuckerhut: das Symbol der Millionenmetropole Rio de JaneiroRichmatts, iStockphoto.com

Seit zwanzig Minuten gibt es kaum mehr ein Vorwärtskommen – nur noch stop and go. Es ist Freitagnachmittag, und noch dazu ein Feiertag: Die Mittel- und Oberschicht der Millionenmetropole am Zuckerhut hat anscheinend geschlossen die Stadtflucht angetreten. Wer nicht in den Norden fährt, nach Arraial do Cabo oder Cabo Frio an der Costa del Sol, ist Richtung Süden unterwegs: an die grüne Küste, die Costa Verde, von den Einheimischen auch die brasilianische Karibik genannt.

Dschungel bis ans Meer

120 km sind es von Rio nach Mangaratiba – doch an diesem Nachmittag brauchen Autofahrer für die Strecke gute vier Stunden. Während der Fahrt ist der Himmel wolkenverhangen. Die Costa Verde, die „grüne Küste“ Brasiliens, ist eine der regenreichsten Regionen des Landes. Die mit dichtem atlantischem Regenwald bewachsenen Berge reichen hier direkt bis ans Meer. Das macht den Charme des Landstrichs aus, aber genau deshalb fangen sich hier auch die Wolken.

Die schönsten Strände Brasiliens

Am nächsten Tag sind die Regenbringer wieder verschwunden. Die Fähre zur Ilha Grande legt um 8 Uhr morgens ab und braucht bis zur Ankunft etwa 90 Minuten. Umgerechnet 4 Euro kostet die Überfahrt. Aber nur, weil Feiertag ist: an Werktagen fährt man schon für einen einzigen Euro. In Abraão, dem Hauptort der Insel, werden Touren mit dem Segelschoner angeboten. Aus gutem Grund: Die Strände auf der Ilha Grande, über 100 an der Zahl, gehören zu den schönsten Brasiliens.

Fliegender Kolibri auf der Ilha Grande

Kolibris in der unberührten Natur der Ilha GrandeGrafissimo, iStockphoto.com

Piraten unter der Papageien-Spitze

Indianerinsel, Pirateninsel, Gefängnisinsel: Die Ilha Grande war Jahrhunderte lang abgeschottet und unberührt. 1502 von den Portugiesen entdeckt, nisteten sich auf ihr einige Zeit später Seeräuber aus Holland, Frankreich und England ein. Die Buchten an der 150 km langen, von Indianerstämmen bevölkerten Küstenlinie boten ihnen ein ideales Versteck. Von hier aus griffen sie die mit Gold beladenen Schiffe der Portugiesen an, später wurde die Ilha Grande zur Gefängnisinsel. Die heutigen Besucher bestaunen bis zu 1000 m hohe Berge wie die Papageien-Spitze, die mit etwas Kondition bestiegen werden kann. Und wunderbar schimmernde Lagunen, etwa die Lagoa Verde oder die Lagoa Azul, die bei Schonertouren angefahren werden.

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Kruemmel, 10.01.08, 11:18 Uhr
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