Broome & Co.: Wildnis im Westen

Jenseits der Grenze zum Bundesstaat Westaustralien beginnt das raue Hinterland: geschäftige Hafenstädte, wirklich einsame Nationalparks – und Reisen mitten ins Abenteuer.

Vorführung der Perlenzucht in Broome

Broome: Das einstig florierende PerlenzentrumThomas P. Widmann, HB Verlag

Bei einem Streifzug durch die Straßen von Broome ist kaum vorstellbar, dass das 14 000-Ew.-Städtchen einmal ein florierendes Perlenzentrum war, das 80 Prozent des weltweiten Perlmuttbedarfs deckte. Auf über 400 Loggerschiffen fuhren Tausende meist chinesische und japanische Perlentaucher hinaus. Aus der Zeit um die Jahrhundertwende ist eine kleine Chinatown mit Restaurants, Perlenshops und Galerien geblieben. Die Logger laufen heute zum Champagnerfrühstück oder zum „Gourmet Sunset“ aus.

Broome boomt

Kaum zu glauben, aber diese abgelegene Stadt hat sich zu dem Urlaubsmekka des Nordwestens entwickelt. Reiche Städter fliegen aus Sydney und Melbourne ein, Rucksackreisende reisen Überland. Der lange Cable Beach erwartet sie mit feinem Sand, azurblauem Wasser und zahlreichen Surfboard-Verleih-Stationen. Romantisch sind morgendliche Kamelausritte und Sonnenuntergänge. Von März bis Oktober spiegelt sich der Vollmond bei Ebbe im Meeresboden, der wie der vielbeworbene „Staircase to the Moon“ leuchtet. Broome hat mittlerweile jede Menge attraktiver Resorts, einige im Stil der nahen indonesischen Insel Bali, und zahlreiche Restaurants, Cafés, Pubs und Hostels.

Die Kimberleys: Scharfe Kontraste zwischen Trockenheit und tropischen Stränden

Die Kimberleys: Scharfe Kontraste zwischen Trockenheit und tropischen Strändenmatt.scherf, iStockphoto.com

Schotterpiste zum Trockenriff

Vor allem aber ist Broome – wie auf der Ostseite Kununurra – der Ausgangspunkt für Touren in die Kimberleys. Es ist ein weites kaum besiedeltes Land, Berge ragen aus der roten Erde, die mit harschem Gebüsch und Bäumen bewachsen ist. Hin und wieder ein Baob-Flaschenhals-Baum und ein Roadhouse beherrschen die Szenerie während der Fahrt über die strapaziöse Gibb River Road. Allein 670 km des Weges sind eine Schotterpiste, die nur robuste Allradfahrzeuge in der Trockenzeit bewältigen.

Abenteuerurlaub auf Stations

Am westlichen Ende der Route begeistern Kalksandsteinschluchten, die Millionen Jahre alte Fossilien eines Korallenriffs sind. Die breiten Geikie und die Windjana Gorges sind Flussläufe an Sandbänken, in denen sich Frischwasserkrokodile aalen. Der Tunnel Creek ist eine schmale Schlucht, in der das kalte Flusswasser für Abkühlung an den Füßen sorgt. Entlang der Strecke finden sich so genannte „Stations“ und „Home Steads“. Diese Farmhäuser liegen in unvorstellbar riesigen Arealen, auf denen ihre Rinder weiden. Einige von ihnen setzen auf den Tourismus, vermieten Zimmer und bieten Ausflüge in immer neue Schluchten, Flussläufe und Wasserfälle der Umgebung an.

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