Skrupellos trampelten Habsburger, Faschisten und Kommunisten in Prag auf den Menschenrechten herum, aber an eine Vorschrift traute sich kein Regime: an das Baugesetz von 1886, das eine Beschränkung auf fünf Stockwerke vorsieht und noch heute gültig ist. Damals hatte die Moldaumetropole bereits einen fünf Jahrhunderte langen Städtebau hinter sich, der um 1350 mit dem Bau der Neustadt (Nové Město), des Veitsdoms und der Karlsbrücke durch Kaiser Karl IV. entscheidend beeinflusst worden war. Zu Beginn des 20. Jhs. war Prag dann neben Berlin, Paris und Wien ein Schnittpunkt der städtebaulichen Avantgarde: Adolf Loos entwarf im Stadtteil Střešovice seine Villa Müller, Jože Plečnik entwickelte Gestaltungselemente für den Hradschin, Le Corbusier und Walter Gropius kamen zu Studienaufenthalten. Als scharfen Kontrast dazu schuf der Sozialismus nach 1948 gesichtslose Straßenzüge. Die Siedlungen am Stadtrand und die Autobahn am Kopf des Wenzelsplatzes sind schlimme Bausünden. Der Bedarf an Kreativität wird seit 1990 nachgeholt, z.B. mit dem „Tanzenden Haus“ von Frank Gehry und Vlado Milunic oder dem Bürogebäude „Zlatý Anděl“ von Jean Nouvel.
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Abtauchen in den Glanz vergangener Tage, Spaziergänge an der Moldau, Streifzüge durch Viertel voller Atmosphäre und abends im Straßencafé die milden Abende genießen: Prag bietet sommerliche Auszeiten pur.
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