Illustrer englischer Kolonialbaustil (18. Jh.), englisch der Name und englisch auch die Geschichten. Eine wird man ganz bestimmt zu hören bekommen: jene von Lord Horatio Nelson und Lady Hamilton. So romantisch das auch klingen mag: Der englische Admiral weilte lediglich sechs Tage, bedingt durch schlechtes Wetter, auf Menorca; Lady Hamilton war während dieser Zeit nachweislich in Italien. Doch wer weiß - vielleicht gab's ein geheimes Treffen ... Die Golden Farm kann nicht besichtigt werden. Den besten Blick erhascht man von der Meerseite aus.
Gouverneur Kane gab die gewaltige Krankenhausanlage in Auftrag, die bis heute einen Großteil der kleinen Insel in der Hafenbucht von Maó bedeckt. Seit seiner Errichtung im 18. Jh. bis in die 50er-Jahre des 20. Jhs. diente der nahezu unverändert gebliebene Bau als Krankenhaus. Düstere Geschichten ranken sich um die Insel, die englische Seeleute schon vor über 200 Jahren Bloody Island („Blutige Insel“) tauften - chirurgische Abfälle sollen seinerzeit direkt im Meer gelandet sein. 1986 schrieb der Stadtrat von Maó das Gebäude für die Einrichtung einer öffentlichen Institution aus. Von einem Genforschungszentrum war die Rede, von einem Museum, Elton John wollte dort seinen Wohnsitz nehmen, die Elektrizitätswerke der Balearen eine Forschungsanlage, Spekulanten ein Hotel unterbringen. Bis heute steht das Gebäude leer. Auch die Reste einer frühchristlichen Basilika sind auf der Illa del Rei zu finden, deren Hauptattraktion, ein relativ gut erhaltenes Mosaik, allerdings im Museo de Menorca in Maó ausgestellt ist.
Bucht und Fischerdorf behalten sich vor allem die Menorquiner selbst vor. Hier badet der Maoneser, hier sonnt sich die Maoneserin. Die rund 700 m lange Küstenlinie wird durch eine Landzunge zweigeteilt. Der größere Strand ist rund 300 m lang, jedoch nicht unbedingt für Kinder geeignet, da der Grund schnell abfällt. Von Sa Mesquida ging übrigens 1781 die französisch-spanische Rückeroberung aus, Grund genug für die Engländer, die Bucht mit einer eigenen Befestigung (1798) zu sichern. Ein Restauranttipp: Cap Roig (Tel. 971188383 | nur im Sommer | €€), gemütliche Terrasse mit Meerblick.
Die 2 km südlich von Maó gelegene prähistorische Siedlung wird oft als die Anlage mit dem spektakulärsten Heiligtum, der taula (über 4,20 m Höhe), und mit dem größten talaiot-Bau (40 m Durchmesser) der Balearen beschrieben. Sechs weitere Steintürme, von denen antike Chroniken berichten, sind heute verschwunden; vielleicht dienten sie als Baumaterial für die Barrikaden und Rampen, die der französische Gouverneur 1781 errichten ließ, um von hier aus die Festung Sant Felip beschießen zu können.
Diese gut erhaltene und restaurierte antike Siedlung war bis in die Zeit der römischen Besatzung bewohnt. Augenfällig die Steinstütze, die den gewaltigen Schlussstein der taula abfängt. Die Zufahrt ist ausgeschildert (Landstraße Maó-Ciutadella, km 4). | Eintritt 3,50 Euro | www.menorcaweb.net/talati
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