Eine Spritztour im Zeitraffer durch die jahrtausendealte Geschichte Menorcas, zu frühen Heiligtümern und mittelalterlichen Festungsmauern. 1 Tag, ca. 80 km
Der Tagesausflug beginnt in Ciutadella. Zur Stärkung genehmigen Sie sich ein nahrhaftes Frühstück, beispielsweise im Triton am Hafen oder im Cercle Artìstic an der nördlichen Stirnseite der Plaça d'es Born. Dann geht's los.
Auf gut erhaltene Spuren längst vergangener Zivilisationen stoßen Sie schon bald hinter Ciutadella. Der Me-1 in Richtung Maó folgend, erblicken Sie nach ca. 4 km auf der rechten Seite ein Schild mit der Aufschrift Naveta des Tudons. Hier zweigen Sie ab, parken den Wagen und gehen 1 km geradeaus ins Feld. Dann stehen Sie vor der berühmten nau („Schiff“), so genannt, weil das Gebilde an ein kieloben liegenden Schiffsrumpf erinnert. Der eher unscheinbar anmutende steinerne „Kiel“ ist eines der ganz frühen Zeugnisse menschlichen Bauens. Wahrscheinlich handelt es sich um Europas ältestes erhaltenes Bauwerk überhaupt.
Wieder auf der Hauptstraße, fahren Sie weiter in Richtung Ferreries. Rund 3 km vor dem Ortseingang (km 31,6) biegen Sie bei dem Wegschild „Camí Els Alocs“ (Binisues) links ab. Nach 3 km kommen Sie zu einem verlassenen Landschulheim. Hier beginnt der Aufstieg zum Castell de Santa Agueda, das auf 260 m Höhe liegt; der wackersteinerne Weg ist in 30-60 Min. zu bewältigen. Wie die Festung vor gut 500 Jahren ausgesehen hat, zeigt ein Modell im Militärmuseum in Es Castell. Aber schon lange vorher diente der Mons Jovis der Antike („Jupiterberg“) der Inselverteidigung, erst unter römischer, dann unter arabischer Flagge. Erstes Licht ins Dunkel der Jahrhunderte bringen Aufzeichnungen aus der Zeit der christlichen Rückeroberung: König Alfons III. ließ vermerken, dass die Spitze einer der wenigen Erhöhungen der Insel sich für eine Befestigung trefflich eigne. Daraufhin errichtete man eine kleine Wehrburg mit Kapelle, die auch den Bewohnern der umliegenden Höfe bei Piratenüberfällen als Zuflucht diente. Erst im 17./18. Jh. - die Regeln des Kriegshandwerks hatten sich derweil grundlegend verändert - verlor die Feste ihre strategische Bedeutung und geriet in Verfall. Dem mag auch eine Legende Vorschub geleistet haben, die besagte, dass auf der Bergkuppe ein zauberkräftiges goldenes Kalb (vedell d'or) vergraben sei. Generationen abenteuerlustiger Menorquiner haben mit Spaten und Spitzhacke, später sogar mit Dynamit nach dem Schatz gesucht - bislang ohne Erfolg. Zu sehen sind Reste der mittelalterlichen Wehrmauern. Ein hinreißender Panoramablick über Insel und Meer entschädigt für die Mühen des Aufstiegs.
Hat Ihnen das Unternehmen Appetit gemacht? Dann ist die Gelegenheit nah, dem Hunger abzuhelfen. Auf der Fahrt zurück zur Hauptstraße führt Sie ein Seitenweg zum Restaurant Binisues. Hier versprechen eine Ausstellung von Antiquitäten und traditionellen bäuerlichen Geräten, eine herrliche Lage und eine reiche Fischkarte (frischer Fang) ein Erlebnis für alle Sinne (€€).
Wenn Ihnen jetzt der Sinn nach einem kleinen Abstand von der Inselhistorie steht, empfiehlt sich vielleicht eine Erholungspause am Meer. Dazu nehmen Sie im nahen Ferreries die Me-22 in Richtung Süden, die in Cala Galdana endet. Hier folgen Sie am Verkehrskreisel der Ausschilderung „Mirador de Sa Punta“ und gelangen so zu einer Stelle, von der aus Sie eine prächtige Aussicht über die leider schon sehr verbaute Bilderbuchbucht haben. Familien fahren an die leicht zugängliche Cala Mitjana (etwa 2 km zurück, rechts, ausgeschildert, Parkplatz). Unabhängige können sich die Cala Macarella erwandern (Fußweg an der Westseite der Bucht ab Hotel Audax, anfangs steiler Aufstieg, dann wird der Weg breiter, rund 2 km bis zum ersten Blick auf die Bucht). Es lohnt sich!
Der nächste Abstecher gilt der mittleren der drei großen geschichtlichen Epochen Menorcas, der Zeit der taules und der talaiots. Der Historiker Waldemar Fenn glaubt in den taula-Heiligtümern eine steinerne Uhr zur Bestimmung der Jahreszeiten ausgemacht zu haben. Jede größere Siedlung besaß ein solches Heiligtum, auch die mächtigste aller vorgeschichtlichen Städte der Balearen, heute als Torre d'en Galmés bekannt. Sie erreichen sie über Ferreries und Alaior, wo sie kurz vor dem Ortseingang nach rechts in Richtung Son Bou abzweigen. Nach gut 2,5 km geht es links ab, nach weiteren 1,5 km sind Sie am Ziel. Schon vor über 5000 Jahren soll dieser Platz besiedelt gewesen sein. Zu ihrer größten Ausdehnung, über eine Fläche von 62000 m², und zu kultureller Blüte gelangte die Stadt ab etwa 1300 v. Chr. Damals dürften ungefähr 500 Menschen hier gelebt haben. 123 v. Chr. kamen dann die Römer. Obwohl Teile der Siedlung bis ins Mittelalter bewohnt waren, hatte sie ihren einstigen Rang längst eingebüßt. Das Gelände ist gut zugänglich, aber unübersichtlich; Sie sollten sich deshalb etwas Zeit nehmen, um die ganze Anlage zu erkunden. Die beste Aussicht genießt man vom Hügel der talaiots aus. Der taula des Heiligtums fehlt übrigens der Schlussstein. Er wurde - vielleicht von römischen Inselbesetzern - für ein Grab zweckentfremdet. Dafür fand man bei den Ausgrabungen 1974, in einem Mauerriss versteckt, ein Metallfigürchen, das Imhotep, den ägyptischen Halbgott der Medizin, darstellt.
Nach Ciutadella zurückgekehrt, können Sie dort Ihr Wissen über Menorcas Geschichte im Museu Municipal (C/. Portal de Sa Font) und im Museu Diocesà (C/. Seminari) vertiefen.
Wie ist das Wetter in Kapstadt? Ist Venedig im Juni wirklich so überlaufen? So schön funkelt der Eiffelturm bei Nacht?
MARCO POLO Reiseführer Menorca
Jetzt bestellen »
MARCO POLO Regionalkarte Mallorca Ibiza/Formentera/Menorca
Jetzt bestellen »
Bestellen Sie im Marco Polo Shop!
Sie erhalten Ihre Bestellung versandkostenfrei
nach Hause geliefert und bezahlen bequem
per Rechnung. Jetzt den Shop entdecken!
Mallorca entdecken mit den Low Budget Tipps aus dem MARCO POLO Reiseführer Mallorca: Wie Sie im Urlaub auf der Mittelmeerinsel viel erleben können, ohne gleichzeitig viel Geld ausgeben zu müssen, erfahren Sie hier.
» Mallorca günstig erleben
MARCO POLO MOBIL | Newsletter | Häufige Fragen (FAQs) | Kontakt | AGB | Datenschutz | Sitemap | Presse | Impressum
© MAIRDUMONT Online 1996-2011 | MAIRDUMONT | KOMPASS | Falk Routenplaner | Varta-Führer | Baedeker | DuMont Reise
Geschaftskunden Anfragen: Portal-Vermarktung MAIRDUMONT Media | Content- und Dienste Lizensierung Falk Content & Internet Solutions