In die Bergwelt Gran Canarias führt diese 140 km lange Tour, für die Sie einen Tag reservieren sollten. Denn die Straßen sind eng und kurvig, stundenlanges Fahren ist daher anstrengend. Aber es gibt viele Möglichkeiten, die herrliche Aussicht zu genießen, entspannt zu Mittag zu essen und die Insel einmal von ihrer stillen, urtümlichen Seite kennenzulernen. Denken Sie an Pullover und Kopfbedeckung! In den Bergen ist es oft kälter und nicht so sonnig wie an der Küste.
Von Playa del Inglés geht es durch San Fernando auf der GC 60 hinauf in die Cumbre. Der Barranco de Fataga zeigt sich in dürrem Ocker. Nach dem Besuch des Mundo Aborigen und des Parque Arqueológico fahren Sie auf der gewundenen Straße über einen Pass (Aussichtsplattform) und wieder ins Tal hinab nach Fataga, dem malerischsten Dorf der südlichen Cumbre. Kurz davor liegt links ein Dromedargehege, das Ausritte anbietet.
Die nächste Station, San Bartolomé de Tirajana, liegt bereits knapp 900 m hoch. Vor Ihnen erheben sich jetzt die senkrechten Wände der Cumbre. Die Landschaft wird üppiger, es werden Aprikosen und Kartoffeln angebaut. Kurz nach Cruz Grande ist mit 1260 m erst einmal der höchste Punkt erreicht. Über einen Pass kommen Sie in den nächsten Barranco. Aus der Ferne blitzt das Wasser des gut gefüllten Embalse de Chira in der Sonne. Kurze Zeit später taucht der Weiler Ayacata zwischen vielen Mandelbäumen (herrlich ist deren Blüte im Januar/Februar) auf.
Danach geht es in nordöstlicher Richtung auf der GC 600 weiter. Nach einigen Serpentinen taucht der Roque Nublo auf, ein 80 m hoher Monolith, der von vielen Punkten der Cumbre aus zu sehen ist und dabei scheinbar immer wieder Aussehen und Größe verändert. Durch weitläufige Pinienwälder und an Obstplantagen vorbei kommen Sie an die Kreuzung von Cueva Grande und biegen rechts ab (GC 130) Richtung Pico de las Nieves. Die „Schneespitze“ ist mit 1949 m der höchste Punkt der Insel. Im Dezember und Januar schneit es hier tatsächlich gelegentlich; an geschützten Stellen können die weißen Tupfer wochenlang überstehen.
Rechts geht es auf der geteerten Straße zum höchsten Aussichtspunkt, immer am Zaun der militärischen Horchanlage entlang, deren Kuppeln schon von weitem zu erspähen sind. Lassen Sie den Superblick in Ruhe auf sich wirken! Nach Süden und Osten ist es schroff und felsig, nach Norden und Westen dicht bewaldet. Bei gutem Wetter reicht die dichte Passatwolkendecke bis etwa 1700 m Höhe und schiebt sich in die Kerben der Barrancos und zwischen die Berge. Am anderen Ende stößt unvermittelt der wuchtige Kegel des Teide auf Teneriffa durch die Wolkendecke. Er ist mit 3718 m der höchste Berg Spaniens.
Nun geht es zurück zur Kreuzung von Cueva Grande und von dort geradeaus (GC 150) hinab nach Cruz de Tejeda. In dunstiger Ferne liegt Las Palmas. Cruz de Tejeda ist eine touristische Exklave in sonst verträumter Umgebung. Hier werden Souvenirs aller Art verhökert. Kinder können auf niedlichen Eseln reiten; und wer mag, isst im Restaurant.
Die Abfahrt nach Tejeda (GC 15) führt durch Eukalyptusalleen; links lugt der Roque Bentaiga (1412 m) zwischen den Bäumen hindurch. Tejeda ist wegen seiner Lage in 1050 m Höhe und Unverfälschtheit wohl der malerischste Ort Gran Canarias mit Minigassen, Treppen, Plätzen und einer Kirche. Der Stadtrundgang ist deshalb ein besonderes Vergnügen.
Weiter geht es auf der GC 60 Richtung Süden. Nach etwa 4 km biegen Sie rechts zum Roque Bentaiga ab. Zu Fuß gelangen Sie zum heiligen Basaltfelsen. In ihm sind Rillen zu sehen, in die Flüssigkeiten als Opfergabe gegossen wurden. In den Bergwänden befinden sich mehrere Höhlenwohnungen, die größte von ihnen ist die Cueva del Rey.
Dann folgen Sie der Straße weiter in Richtung Ayacata. Kurz vor Ayacata heißt es, scharf rechts auf die GC 605 zum Embalse Cueva de las Niñas abzubiegen. Auf der wenig befahrenen Straße spürt man viel von der Einsamkeit der kanarischen Bergwelt. Der „Stausee der Mädchenhöhle“ ist sicher der anmutigste auf Gran Canaria; an seinem Ufer können Sie Pause machen, picknicken und sogar campen. Am Wochenende kommen viele kanarische Familien extra dazu hier herauf.
Abenteuerlich geht es dann auf dem letzten Teil der Tour zu. Die steile Straße in den Barranco de Mogán fordert fahrerisches Geschick. Mogán selbst ist ein netter, aber verschlafen wirkender Ort mit einigen Lokalen. Die anschließende Fahrt zur Küste führt durch das schönste Tal im Süden, den Obst- und Gemüsegarten Gran Canarias. Zur Zeit der Orangenblüte Ende März liegt ein betörender Duft über dem Tal. Pflanzenfreunde statten der großen Gärtnerei Viveros Mogán am Ende der Schlucht einen Besuch ab und erwerben ein Urlaubssouvenir. Auf Küstenstraße und Autobahn geht es dann zurück nach Playa del Inglés.
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