Für diese etwa 80 km lange Rundreise durchs Hinterland sollten Sie sich einen vollen Tag Zeit nehmen. Die Orte - kaum einer hat mehr als 8000 Einwohner - sind ein Abbild einheimischer Lebensart. Auch wenn die Strecke nicht lang erscheint: Die Straßen sind oftmals eng und kurvig, und es gibt jede Menge unterwegs zu entdecken.
Die Rundfahrt begint in L'Escala. Starten Sie am besten in der Altstadt und am frühen Morgen mit einem Kaffee und dem Blick aufs Meer. Man sollte bald aufbrechen, um den sehenswerten Markt in La Bisbal, dem ersten Etappenziel, nicht zu verpassen. Er beginnt dort freitags um 8 Uhr. Die Landstraße über Verges führt durch Bauernland. Es geht über den Ter und den Daró, zwei Flüsse, die das Land fruchtbar halten. Bei der Einfahrt in Bisbal passieren Sie in der Hauptstraße einen Keramikladen nach dem andern. Es ist ratsam, gleich den ersten freien Parkplatz zu nehmen und den Weg bis zum Markt in der Altstadt zu Fuß fortzusetzen. Der lebhafte Markt findet im Schatten des mächtigen Bischofspalastes statt. Es ist immer viel los: Frauen prüfen den Reifegrad der Früchte, Männer diskutieren über die letzten Fußballergebnisse, Markthändler schneiden Würste an, Jugendliche begutachten die neuesten T-Shirt-Kreationen.
Nach dem Marktbesuch können Sie den nahe gelegenen Palau de la Bisbal, den Bischofspalast, besichtigen und sehen, wie ein Bischof im Mittelalter lebte. Sie sollten auch keinesfalls versäumen, in den Keramikläden der Hauptstraße zu stöbern. Zwar stammen nur noch wenige Stücke direkt aus dem Ort, doch die Auswahl an schöner Gebrauchskeramik ist riesengroß.
Von Bisbal führt der Weg nach Palafrugell, 10 km auf der C 66, einer Schnellstraße mit zeitweilig dichtem Verkehr. Palafrugell gehört zu jenen Städtchen mit engen Gassen, in denen man sich am besten schnellstmöglich von seinem Wagen trennen und zu Fuß weitergehen sollte. Im Touristenoffice kann man sich mit einem Stadtplan versorgen. Der Stadtkern ist klein und übersichtlich. Das Korkmuseum könnte ein Ziel sein, der große Metallturm, der über alle Häuser hinausragt, ist das Wegzeichen. Danach empfiehlt es sich, im Casino an der Plaça Nova einkehren. Die Atmosphäre dort gleicht einem großen, kühlen und entspannenden Wartesaal. Lassen Sie das sehr spezielle Ambiente aus still dasitzenden Pensionären und telefonierenden Geschäftsleuten einfach auf sich einwirken.
Ein Abstecher in Richtung Norden führt über die C 31 nach Begur. Die 7 km dorthin lohnen sich auf jeden Fall. Der kleine Ort strahlt eine große Ruhe aus, keine Hektik weit und breit. Auf dem Kirchplatz treffen sich die Einheimischen bei einem Kaffee. Vom Mirador Sant Roman oder vom Castell können Sie einen schönen Rundumblick über die unterhalb von Begur liegende Küste genießen. Wenn Sie nun Lust aufs Meer bekommen sollten, dann empfiehlt es sich, die wenigen Kilometer hinunterzufahren nach Aiguablava. Die kleine Bucht hat wunderbares klares Wasser, allerdings herrscht im Sommer dort auch sehr viel Betrieb.
Zurück in Begur, fährt man etwa 5 km auf der Landstraße 653, bis es wieder auf die C 31 geht. Richtung Norden erreichen Sie nach weiteren 4 km Pals. Hier muss das Auto auf dem Parkplatz außerhalb der Stadt zurückgelassen werden. Das mit Mauern umgebene, auf einem Hügel liegende Städtchen versetzt einen direkt ins Mittelalter - nur dass hier alles sehr schön gepflegt und konserviert ist. Das hat den Stadtvätern einige Preise eingebracht, u.a. den spanischen Nationalpreis der Schönen Künste.
Sehenswert ist die Església Sant Pere im romanischen Stil, die mit einem barocken Tor geschmückt ist. In den mittelalterlichen Gemäuern haben sich auch einige Restaurants etabliert. Falls Sie gerade Appetit haben, bietet sich das Can Bonet (Carrer Samaria 55 | Tel. 972636967 | €) an. Hier gibt es eine gute einheimische Küche.
Von Pals sind es rund 10 km über die C 31 nach Torroella de Montgrí. Dieses Städtchen mit seinen 7000 Ew. hat sich in den letzten Jahren herausgeputzt und ist einen längeren Aufenthalt wert. Schon allein im Can Quintana, dem in einem alten Palast untergebrachten Zentrum für die Mittelmeerkultur, können Sie viele interessante Stunden verbringen. Besonders spannend sind die Audiostellen mit zahlreichen Musikbeispielen aus den Ländern rund ums Mittelmeer.
Auch ein Spaziergang über die Carrer de l'Església lohnt sich. Die Straße führt nicht nur zur mächtigen Església de Sant Genís, einer gotischen Kirche aus dem 14. Jh., sondern auch zum exklusiven Hotel und Restaurant Palau Lo Mirador. Wen die ebenfalls exklusiven Preise abschrecken sollten, kann zumindest einen Blick hinein auf die elegante Ausstattung werfen.
Nach L'Escala zurück sind es über die C 31 und Gi 632 ca. 12 km.
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