Reiseführer Warschau: Ausflüge

Warschau
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Kurz hinter der Stadtgrenze liegen Wunder und Attraktionen - geschaffen von Mensch und Natur

Ausflüge

Reiseführer Warschau: Otwock: Villen aus Holz

Das kleine Städtchen, etwa 30 km von Warschau entfernt in einem Kiefernwald gelegen, war vor knapp hundert Jahren ein renommierter Kurort für reiche Polen. Vor allem Juden wohnten in Otwock. Die meisten von ihnen wurden während des Zweiten Weltkriegs ermordet, die Überlebenden wanderten in den 1950er-Jahren aus. Zurückgeblieben sind prächtige Stadtvillen aus Holz, die vom einstigen Glanz des Ortes zeugen - heute allerdings oft dem Verfall anheim gegeben sind. Sie sollten sich für diesen Ausflug einen halben Tag Zeit nehmen.

Stündlich fahren Züge von Warschau nach Otwock (ab Dworzec Zachodni oder Dworzec Wschodnia | 45 Min. Fahrt | 10 Zł.). In Otwock (www.otwock.pl) gehen Sie an der Unterführung nach links in die ul. Warszawska. Neben einem großen Holzhaus steht eine Backsteinruine, die ehemalige Villa Julia. Sie war eines der Wahrzeichen von Otwock und wurde als Sanatorium genutzt. Weiter geht es auf der ul. Warszawska. An der Ecke zur ul. Dłuskiego stehen etwas zurückgesetzt zwei große Holzhäuser. Sie gehörten zu einem großen Sanatorium für Juden. Geleitet wurde es von Władysław Przygoda, der damals als Koryphäe auf dem Gebiet der Tuberkulosebekämpfung galt. Während des Krieges befand sich hier das Büro des Judenrates, der für das jüdische Ghetto in Otwock zuständig war.

Folgen Sie der ul. Dłuskiego. Wo die Straße in die ul. Remonta mündet, sieht man linker Hand im Kiefernwald einen flachen Gedenkstein. An dieser Stelle trieben die Deutschen im August 1942 etwa 2000 Juden aus Otwock zusammen und erschossen sie. Das einfache Mahnmal erinnert an diese Gräueltat. Auf der ul. Remonta geht es nun wieder stadteinwärts bis Sie nach etwa 500 m zur Kirche św. Wincentego à Paulo kommen. Vom Haupteingang der Kirche schaut man in die ul. Kościelnej, in der sich die schönsten Holzhäuser befinden. Die meisten wurden Ende des 19. Jhs. erbaut. Die Gebäude ul. Kościelnej 18 bis 12 gehörten dem reichen jüdischen Geschäftsmann Oszera Perechodnika, dessen Sohn Calel die erschütternden Vorgänge im Ghetto von Otwock aufschrieb. Die ul. Kościelnej führt direkt auf die ul. Warszawska, von wo der Bahnhof schon zu sehen ist.

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