Reiseführer Polen: Ausflüge

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Gnesen und Warschau sind die Ausgangspunkte für zwei kurze Reisen im Herzen Polens

Ausflüge

Reiseführer Polen: Eine kleine Reise in die Geschichte und Zurück

Diese Zeitreise führt Sie von den Anfängen des polnischen Staates in Gniezno bis zu Europas ältester erhaltener Hallstadt-Siedlung aus vorchristlicher Zeit nach Biskupin. Dann geht es zu den Burgruinen aus dem 14. Jh. am Gopło-See und zu einer moralischen Belehrung auf den romanischen Säulen in Strzelno. Der letzte Reisepunkt mit den Piktogrammen in den Feldern von Wylatowo führt in die Gegenwart zurück. Die landschaftlich reizvolle Strecke ist ca. 180 km lang, sie beginnt und endet in Gniezno. Die Tour kann man gut als Tagesausflug planen, es empfiehlt sich aber, eine Übernachtung einzulegen.

Der Ausflug beginnt in Gniezno (Gnesen), der ersten Hauptstadt Polens und Krönungsort des ersten polnischen Königs. Die freundliche Kleinstadt mit einer einheitlichen Architektur von zweigeschossigen Häusern ist auf dem Weg, sich zu einem kleinen Juwel zu entwickeln. Besonders schön sind die restaurierten Gebäude in der Fußgängerzone, wo sich gemütliche Cafés und Restaurants aneinanderreihen. Empfehlenswert ist das Café des Hotels Pietrak (ul. Bolesława Chrobrego 3 | Tel. 0614261497 | www.pietrak.pl). Vom Café geht man über den Rynek (Marktplatz) und sieht schon von Weitem die „Mutter der polnischen Kathedralen“. Der gotische Bau aus dem 14./15. Jh wurde über seinem Vorgängerbau errichtet, einer Kirche aus dem 10. Jh., von der nur das Gnesener Tor übrig blieb, eines der wertvollsten Kunstwerke aus der Zeit der Romanik in Polen.

Aus Gniezno fahren Sie weiter auf der Landstraße 5 nach Norden und biegen nach 23 km in Richtung Biskupin ab. Dort besuchen Sie Europas älteste erhaltene Hallstadt-Siedlung aus der Zeit um 740 v. Chr. Eine mächtige Wehranlage aus Pfählen schützte die Siedlung, in der vermutlich bis zu 1200 Menschen lebten. Die Besucher des Freilichtmuseums sind eingeladen, in Werkstätten beim Weben, Töpfern, Münzprägen oder der Herstellung von Schmuck mitzumachen (tgl. 9-17 Uhr | 5 Zł. | Anmeldung eine Woche im Voraus | Tel. 0523025055 | museum@biskupin.pl). Museum tgl. 8-18 Uhr (bzw. bis zur Dunkelheit) | 8 Zł. | 2-Std.-Führung (deutsch) 80 Zł. mit Voranmeldung | Palmtop (deutsch) 15 Zł. | www.biskupin.pl. Eine schöne Abwechslung ist eine 30-minütige Schiffsrundfahrt um die Landzunge, auf der das Museum liegt (Di-So 9-17 Uhr | 6 Zł.).

Von Biskupin aus fahren Sie zurück auf die Landstraße 5 und dann 18 km bis Żnin. Von dort geht es auf der Landstraße 25140 km nach Inowrocław (Hohensalza). Schon von Weitem wird das Wahrzeichen der „Stadt, die auf Salz gebaut wurde“, sichtbar - die fast 80 m hohen Türme der neoromanischen Kirche der Maria Verkündigung (Kościół Zwiastowania Najświętszej Marii Panny | ul. Plebanka 10).

Unweit davon befindet sich die romanische Kirche der Heiligen Jungfrau Maria (Kościół Najświętszej Marii Panny | ul. Biskupa Antoniego Laubitza 9), die kostbarste Sehenswürdigkeit der Stadt. Die an den Außenwänden angebrachten Reliefs symbolisieren die christlichen Werte. Sehenswert im Kircheninneren sind die mit Tierdarstellungen, griechischen Kreuzen und Masken verzierten Wände, die Holzfigur „Die lächelnde Madonna“ aus dem 14. Jh. sowie drei in Granit gehauene Teufelsmasken innen am Portal.

Interessant ist auch das Gradierwerk im üppigen Kurpark: Salzlake fließt vom oberen Rand der Konstruktion über Schlehdornzweige herab und erzeugt beim Verdampfen eine gesundheitsfördernde Aerosol-Wirkung. Die Anlage ist 9 m hoch und 300 m lang. Übernachten Sie in einem historischen Gebäude im Zentrum, im Hotel Bast (40 Zi. | ul. Królowej Jadwigi 35 | Tel. 0523572024 | www.hotelbast.pl | €€). Gute polnische und litauische Küche gibt es im Kresowianka (Szosa Bydgoska 24 | Tel. 0523552525 | €€).

Sie verlassen Inowrocław auf der Landstraße 15 und biegen hinter der Stadtgrenze links auf die 412 nach Kruszwica ab (12 km). Neben der Stiftskirche, die malerisch auf einer Anhöhe am Ufer des Gopło-Sees liegt, sind vor allem die Ruinen der Burg aus dem 14. Jh. sehenswert. Um einen ihrer Türme rankt sich eine volkstümliche Legende: Der grausame König Popiel hatte sich aus Angst vor seinen geknechteten Untertanen in dem Turm verbarrikadiert. Doch auch dort ereilte ihn das Schicksal - Mäuse fraßen ihn bei lebendigen Leibe auf. Daher der Name Mäuseturm (Mysia Wieża).

Von Kruszwica fahren Sie auf der Landstraße 62 nach Strzelno (14 km). Die Rotunde der Kirche des hl. Prokopius (Kościół św. Prokopa), die im 12./13. Jh. auf kreisrundem Grundriss errichtet wurde, ist das größte romanische Bauwerk dieser Art in Polen. In der Klosterkirche befinden sich vier romanische Säulen, die erst 1946 entdeckt wurden. Sie sind mit weiblichen Figuren geschmückt, die Laster und Tugend symbolisieren.

Auf dem Rückweg fahren Sie auf der Landstraße 15 ca. 14 km hinter Strzelno durch den Ort Wylatowo. Regelmäßig entstehen hier auf den Feldern über Nacht riesige, komplizierte Piktogramme, deren Herkunft bislang ungeklärt ist. Bis Gniezno sind es dann noch ca. 30 km. Übernachten können Sie in Czerniejewo, 14 km südlich von Gniezno, in einem schönen klassizistischen Palast mit Kutschen und Stallungen auf dem Gelände einer landwirtschaftlichen GmbH (Pałac | 31 Zi. | ul. Gen. Lipskiego 5 | Tel. 0614273030 | www.czerniejewo-palac.pl | €€).

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