Mit dem fiets den Deich entlangstrampeln - was könnte holländischer sein? Diese Radtour führt zunächst durch zwei Deichdörfer am IJsselmeer auf die ehemalige Fischerinsel Marken und anschließend über das hübsche Örtchen Broek in Waterland zurück nach Amsterdam. Länge: ca. 40 km
Hinter dem Hauptbahnhof geht es los. Besteigen Sie mit Ihrem Fahrrad die kostenlose, alle fünf Minuten verkehrende Fähre zum IJplein. Auf der anderen Seite des IJ folgen sie der Meeuwenlaan und biegen dann rechts in den Nieuwendammerdijk ein.
Nach nur wenigen Hundert Metern fühlen Sie sich schon in eine andere Welt versetzt. Den Deich säumen dunkelgrün gestrichene Holzhäuschen, auf der kopfsteingepflasterten Straße kommen zwei Autos kaum aneinander vorbei. Das frühere Dorf Nieuwendam, heute ein Stadtteil von Amsterdam, entstand schon im Jahr 1516 an dem damals frisch angelegten IJ-Deich und lebte vor allem vom Schiffsbau. Heute ist es eine beliebte Wohngegend Wohlhabender.
Bleiben Sie immer am Wasser. Am Ende des Nieuwendammer Dijk fahren Sie rechts über die Brücke und dann gleich wieder links auf den Schellingwouder Dijk. Wenn der Deich eine deutliche Kurve nach links macht, haben Sie das IJsselmeer erreicht. Im nächsten Deichdorf, Durgerdam, gibt es ein nettes Café, in dem Sie Apfelkuchen essen und über die endlose, stille Wasserfläche der früheren Zuiderzee blicken können. Immer auf dem Deich entlang geht es nun in Richtung Norden.
Kurz hinter dem Dorf Uitdam beginnt der Damm, der das Festland mit der Insel Marken verbindet. Marken, seit der Juliansflut 1164 eine Insel, ist ein Stück Bilderbuchholland. Auf den Warften kuscheln sich bunt gestrichene Holzhäuser aneinander, im Hafen dümpeln Segelboote, und manch eine alte Dame trägt noch immer Tracht.
Über den Damm geht es zurück aufs Festland und ein Stück Richtung Monnickendam. Folgen Sie nun den rot-weißen Fahrradwegweisern nach Zuiderwoude - einem hübschen Dorf an einem See, der bei der Juliansflut entstand - und weiter nach Broek in Waterland. Schon im 19. Jh. war Broek in Waterland für seine idyllische Lage, kalvinistische Sauberkeit und die reich dekorierten Holzhäuser bekannt: Victor Hugo und Sir Walter Scott gehörten zu den begeisterten Besuchern. Zu Reichtum kam das Dorf im 16. Jh., als das IJsselmeer noch die Zuiderzee war und seine Bewohner sich dem Seehandel und der Heringsfischerei widmeten. Aus jener Zeit stammt auch das Gebäude, in dem heute das gemütliche Pannekoekenhuis De Witte Swaen sitzt, in dem 60 leckere Pfannkuchenvariationen serviert werden (Dorpsstraat 11-13 | tgl. 12-21 Uhr).
Auf dem Rückweg halten Sie sich immer an die Wegweiser, auf denen „Amsterdam (Centrum)“ steht. Sie bringen Sie wieder zum Fähranleger gegenüber vom Hauptbahnhof.
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