Mit der Vaporetto-Linie 13 vom Anleger Fondamente Nove aus nach Le Vignole, Sant'Erasmo und, an Wochenenden, auch zum Lazzaretto Nuovo und per Wassertaxi oder im Privatboot des Klosters zur Insel San Francesco del Deserto. Für jede der Touren sollten Sie ungefähr zwei bis drei Stunden veranschlagen, wenn Sie mehrere miteinander verbinden, einen ganzen Tag.
Murano, Burano und Torcello sind berühmte Ausflugsziele, die auf dem Standardprogramm der meisten mehrtägigen Venedigaufenthalte stehen. Kaum bekannt, aber ebenfalls reizvoll sind etliche der kleineren Inseln in der nördlichen Lagune. Sie zeigen Venedig von seiner sehr ländlichen Seite und bieten die Gelegenheit, sich im Grünen die Füße zu vertreten, die Eigenheiten der örtlichen Natur kennenzulernen und sogar zwei, drei steinerne Sehenswürdigkeiten zu begutachten.
Beginnen Sie am besten mit der Gemüseinsel Le Vignole: Von der Altstadt ist sie in nicht einmal 15-minütiger Bootsfahrt erreichbar. Spazieren Sie von der Schiffsstation auf dem Hauptpfad bis zum Brückchen, queren dort den Hauptkanal und folgen rechter Hand dem Weg durch die Gemüsefelder bis zur Trattoria alle Vignole (Mo und Okt.-März geschl. | Tel. 0415289707 | €). Wetten, dass Ihnen an den einfachen Holztischen unter freiem Himmel mit Blick auf Venedigs Silhouette die Fisch- und Fleischspezialitäten vom Grill ganz besonders gut munden?
Von ähnlich tiefer Friedfertigkeit ist die benachbarte Insel Sant'Erasmo - der zweite, freilich weit größere Vorgarten Venedigs. Sie sollte man beim Anleger Capannone betreten. Rund 15 Minuten Richtung Süden gestapft, und Sie stehen vor der Torre Massimiliano (Sa/So 10-20, Winter bis 17 Uhr, Mo-Fr je nach Saison wechselnde Zeiten), einem wehrhaften Ziegelturm aus der Zeit der österreichischen Besatzung, in dem interessante Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt werden. Von hier wandern Sie den Uferweg oder Strand entlang dem am Horizont emporragenden Campanile entgegen. Nach einem guten halben Stündchen stehen Sie dann vor dem Ristorante Ca' Vignotto (tgl. mittags, Mai-Okt. teilweise auch abends | Tel. 0412444000 | €), einem schlichten Lokal mit nettem Garten, dessen Padrone seinen oft nicht gerade übermäßig zahlreichen Gästen stolz die Produkte der Insel - von den violetten Artischocken bis zum Wein - und vor allem Fischgerichte serviert.
Gegenüber der erwähnten Stazione Capannone liegt das Inselchen Lazzaretto Nuovo, das von den Venezianern und ihren Besatzern dank seiner strategisch günstigen Lage seit alters als Militärstützpunkt missbraucht wurde und vom 15. bis zum 18. Jh. der Serenissima zum Schutz vor Seuchen als Quarantänestation diente. Seit einigen Jahren kümmern sich Archäologen und Ökologen verstärkt um das lange Zeit verwahrloste und in Vergessenheit geratene Eiland. Im Rahmen der Aktion „Wiedergeburt einer Insel“ veranstaltet ein Verein aus freiwilligen Helfern von April bis Oktober an Wochenenden naturkundliche und - teilweise in Kooperation mit dem Archeoclub d'Italia - auch historische Rundgänge (Sa/So 9.45 und 16.30 Uhr | Tel. 0412444011 | www.lazzarettonuovo.com). Dabei lernt man viel über Fauna und Flora in der Lagune, aber auch über die Zeiten der Pest, und bekommt die Wehrmauern sowie riesigen Lagerhallen gezeigt. Im Sommer können Gäste an Grabungskampagnen teilnehmen.
Sehr empfehlenswert ist auch eine Visite auf der Klosterinsel San Francesco del Deserto. Eine Hand voll Mönche genießt hier inmitten der stillen Wasserflächen und Sumpfwiesen ihr bukolisches Dasein. In den beiden Kreuzgängen der Anlage und dem Garten lässt es sich wunderschön lustwandeln. Um das täglich von 9 bis 11 und 15 bis 17 Uhr zugängliche Idyll zu erreichen, fährt man im vaporetto (Linie LN) bis Burano. Von dort muss man dann im Wassertaxi auf eigene Faust übersetzen. Auskunft: Tel. 0415286863 | www.isola-sanfrancescodeldeserto.it
Ein neues Angebot für alle Naturliebhaber: an Bord traditioneller bragozzo-Boote auf ein- und mehrtägigen Exkursionen zu den entlegenen Inseln und Kanälen die Geheimnisse der Lagune erkunden. Diverse Anbieter finden sich auf www.guidetovenice.it.
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