Der Markusplatz, Rialto- und Seufzerbrücke, schwarze Gondeln, bunte Karnevalsmasken, Muranoglas... Venedigs Sensationen sind in unser aller Bewusstsein tief verankert. Wer sie besichtigt, unternimmt eine Reise in jene Zeit, da diese kleine Stadt in Macht und Reichtum schwelgte. Vordergründig bezirzt La Serenissima, die Erlauchteste, ihre Gäste denn auch mit Prachtbauten und immensen Kunstschätzen. Doch fast wundersamer noch mutet ihre Aura an: salotto città nennen die Venezianer ihre autolose, wasserumspülte Heimat - eine Stadt wie ein Wohnzimmer, in dem sich auch jeder Fremde sofort zu Hause fühlt.
Niemand, der in der Lagunenstadt ankommt, sieht dieses Weltwunder zum ersten Mal: Zu oft wurde es beschrieben, besungen, auf Bildern und in Filmen dargestellt, sodass es längst Eingang in das kollektive Bewusstsein ganz Europas gefunden hat. Die wasserumspülten Paläste entlang der großen Kanäle sehen tatsächlich so unwirklich glänzend und zugleich so morsch aus, wie in den Bildbänden und Reisekatalogen. Die Piazza San Marco und an ihrer Stirnseite der gleichnamige Dom erscheinen auch in natura wirklich so mondän und makellos, als handle es sich um eine glamouröse Filmkulisse. Und das Panorama vom Kai vor dem Dogenpalast übers Wasser Richtung San Giorgio und Giudecca gleicht jenem, das Canaletto malte, in der Tat aufs Haar.
Doch genügt es, ein, zwei Stunden durch das Labyrinth aus Gassen, Plätzen und Hinterhöfen zu schlendern, um zu ahnen: Hier harrt nicht bloß eine architektonisch besonders schöne, so dicht und reich wie keine zweite mit Kunstschätzen bestückte Stadt der Erkundung. Nein, hier gilt es, das weltweit wohl wundersamste Gemeinwesen, ein einzigartiges Phänomen der Zivilisationsgeschichte, mit allen Sinnen - und hoffentlich mit Muße - zu erspüren.
Wenn die Gondeln Trauer tragen: Besonders inspiriert von der einzigartigen, schwermütigen Atmosphäre sind Krimiautoren: Daphne du Maurier siedelte in Venedig ihre von Nicholas Roeg kongenial verfilmte Erzählung an.
Venedig kann sehr kalt sein: Auch Patricia Highsmith lässt ihren Thriller ebenda spielen.
Liebhaber ohne festen Wohnsitz: Eine äußerst charmante Liebes- und Kriminalgeschichte strickte das Autorenduo Carlo Fruttero und Franco Lucentini rund um den melancholischen Venezianer Mr. Silvera.
Commissario Brunetti: Unverzichtbare Venedigbegleiter sind die mittlerweile über ein Dutzend Krimiabenteuer des von der Wahlvenezianerin Donna Leon geschaffenen Kommissars.
Tod in Venedig: Melancholie pur prägt Thomas Manns legendäre Novelle. Ihre Verfilmung durch Luchino Visconti zählt zu den Kinoklassikern.
Don Giovanni: Eine malerische Hauptrolle spielt Venedig in Joseph Loseys Adaption von Mozarts Oper ebenso wie in Federico Fellinis Casanova.
Wie ist das Wetter in Kapstadt? Ist Venedig im Juni wirklich so überlaufen? So schön funkelt der Eiffelturm bei Nacht?
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