Diese Tour, für die Sie einen oder zwei Tage veranschlagen sollten, führt gut 200 km lang hinauf in die wilde Berglandschaft des Gennargentumassivs. Neben vorchristlichen Bauten und einer Höhle sind es vor allem die schroffen Berge und grünen Flusstäler, die den Reiz dieser Tour ausmachen.
Zuerst führt die Straße von Cagliari Richtung Dolianova durch die Vororte, bald wird es ländlich. Dolianova ist der Hauptort dieses freundlichen Hügellands, das Sardiniens Hauptweinbaugebiet ist, und besitzt eine große romanische Kathedrale. Ein Abstecher über den Nachbarort Serdiana und von dort 3 km Richtung Sestu führt zur kleinen Landkirche Santa Maria di Sibiola, die zu einem einst mächtigen Kloster gehörte.
Die Route führt weiter nach Norden, die Hügel werden karger und höher. In Senorbi gibt das Museum im Gutshaus sa Domu Nostra einen Einblick in das Landleben, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten war.
Die Straße führt jetzt ins einsame Hirtenland des Gerrei nach Goni, wo vor dem Ort erst kürzlich unter dichter Macchia ein großes vorgeschichtliches Heiligtum entdeckt wurde. Lange Menhirreihen, Steinkammergräber, Brunnentempel liegen auf der weiten, von Korkeichen bestandenen Hochebene Pranu Mutteddu.
Über Ballao im lieblichen und selbst in der Sommerhitze grünen Flumendosatal ringelt sich die Straße zu den Hochebenen, die aus rotem, grünem und schwarzem Trachyt gebildet sind, einem Vulkangestein, und den Übergang zu den Barbagiabergen im Herzen der Insel bilden. Tiefe Täler, heute zum Teil von langen, schmalen Stauseen ausgefüllt, zerschneiden dieses einsame und praktisch völlig kahle Hochland, das in der Vorgeschichte einmal eine große Bedeutung besessen haben muss, sicher auch als Verteidigungslinie der unabhängigen Bergsarden gegen die Punier und Römer, wenn man die zahlreichen Wasserheiligtümer, Gigantengräber und Nuraghen sieht. Vor Escalaplano führt ein kurzer Fußweg zum gut erhaltenen Brunnentempel Funtana Coberta aus dem 10. Jh. v. Chr. Zwölf Stufen führen in die überwölbte Kammer.
Von Escalaplano, das von Korkeichenhainen umgeben ist, schlängelt sich die Straße ins Tal und gleich wieder hinauf auf die Hochfläche zwischen Flumendosa- und Mulargiastausee. Sie eröffnet weite Aussichten auf das Hochland der Ogliastra mit ihren schroffen Felsbastionen und die Barbagia mit ihren runden, alles überragenden Bergrücken. Eine Stichstraße führt zu einer der imposantesten Nuraghenfestungen Sardiniens, zum Nuraghe Orrubiu, dessen Türme und Außenmauern aus rotem Trachyt errichtet sind. Der Innenhof mit Brunnen wird von einer fünftürmigen Bastion umschlossen, die beiden unterirdischen Gewölbe dürften der älteste erhaltene Weinkeller der Geschichte sein.
An der Straße nach Orroli, dessen Häuser ganz aus rosa Lavastein gebaut sind, stehen weitere Nuraghen, während vor Nurri römische Meilensteine daran erinnern, dass hier die Römerstraße von Cagliari nach Olbia verlief. Die Straße verläuft für die nächsten 30 km fern von Ortschaften und überquert immer wieder die Schmalspurbahn. Sadali besitzt einen Dorfkern mit mittelalterlichen Häusern und einem Wasserfall mitten im Ort. Zur Höhle Grotta de is Janas, einer 200 m tiefen Tropfsteinhöhle (Besichtigung möglich, Führungen), sind es 1,5 km (Parkplatz, Bar und Imbiss vorhanden). Auf Seui zu wird die Landschaft bewegter. Felsnadeln, Steilwände, Quellen, Bachläufe und Wald mit uralten Steineichen, Eiben und Ilex bilden im Naturschutzgebiet Montarbu eine grüne Oase, wo Sie mit ein wenig Glück Wildschweine und Mufflons sehen können. 9 km hinter dem ehemaligen Grubenarbeiterdorf Seui mit schönen Granithäusern zweigt die Nebenstraße zum Lago Alto Flumendosa und zum Montarbu ab, die unterhalb der Felswände des Monte Tonneri verläuft. Jenseits der Mulde des Flumendosatals erheben sich die Berge des Gennargentu. Unterhalb des Monte Perda 'e Liana, dessen von einer Felsnadel bekrönter Bergkegel eine weithin sichtbare Landmarke ist, führt eine Piste zum nahen Pass, wo Pfade zum Gipfel des Monte Tonneri beginnen, eine leichte, ca. anderthalbstündige Wanderung. 12 km weiter mündet die Straße nahe der Staumauer in die Fernstraße Nuoro-Lanusei ein.
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