Von der Küstenebene Metapontos aus steigt man durch große, weite Flusstäler mit Industrieansiedlung langsam hinauf in den Appennino Lucano, z.B. durchs Basentotal Richtung Potenza, der nüchternen Regionshauptstadt (65000 Ew.). Auf der Fahrt trifft man auf archaisch anmutende Ortschaften. Abstecher lohnen beispielsweise ins mittelalterliche Tricarico mit seiner Produktion der bekannten lukanischen Würste oder Richtung Castelmezzano in die atemraubende Landschaft der Dolomiti Lucani, steile, stiftartige Kalkfelsen, an die sich Bergdörfchen schmiegen.
Die Küste oberhalb Marateas vor dem eindrucksvollen Hintergrund von Gipfeln wie dem 2005 m hohen Monte Sirino gilt als schönster Abschnitt im Golf von Policastro, weil dieser Küstenabschnitt weniger zerstört ist durch planlose Bauerei als die kalabrische Küste. Traumhaft ist der Strand von Acquafredda. Hier finden Sie das zauberhafte Jugendstilhotel Villa Cheta Elite (20 Zi. | Tel. 0973878134 | Fax 0973878135 | www.villacheta.it | €€-€€€).
Ein romanisch-normannischer Dom (13. Jh.), eine Feudalburg von 1515, die restaurierte und nun wieder zugängliche Chiesa del Purgatorio mit makabren Fegefeuerszenerien, doch die ganz große Sehenswürdigkeit sind die sassi: eine unterhalb des neuen Matera (52000 Ew.) in eine steile Felsschlucht hineingestufte Höhlenstadt. Hier lebten noch bis in die Fünfzigerjahre des 20. Jhs. über 20000 Menschen, doch ihre Lebensbedingungen in den dunklen, ungesunden Grottenhäusern wurden als nationale Schande angesehen. Neubauten und Aussiedlungen waren die Folge; heute beginnt man eine Neubelebung, auch mit Hilfe öffentlicher Gelder, denn, Ironie des Schicksals, nunmehr stehen die sassi auf der Welterbeliste der Unesco. Erste stimmungsvolle Hotels entstehen in den ehemaligen Höhlenwohnungen, so das Hotel Sant'Angelo (16 Zi. | Rione Pianelle | Piazza San Pietro Caveoso | Tel. 0835314010 | Fax 0835314735 | www.hotelsantangelosassi.it | €€), aber auch gemütliche B-&-B-Unterkünfte (www.sassiweb.it, www.bbresidenzasassi.it | €).
Wichtiger nördlicher Stützpunkt in der Basilikata ist die Stadt Melfi (15000 Ew.) an der Nordflanke des Monte Vulture (1327 m), der mit seinen dichten Wäldern an den ursprünglichen Namen der Region erinnert: Lucania, von lucus = Wald, beliebtes Ausflugsziel auch dank der beiden Kraterseen von Monticchio mit zwei Benediktinerklöstern aus dem 12. Jh., das eine Ruine, das andere im 18. Jh. umgebaut. Melfi selbst war im 11. Jh. erster Stützpunkt der Normannen in Süditalien. Heute ist das später von Friedrich II. umgebaute Kastell Sitz des Museo Nazionale Archeologico (Mo 14-20, Di-So 9-20 Uhr) mit interessantem Material zur Frühgeschichte der Lukaner, der Ursiedler. Außerdem steht hier der aus dem nahen Rapolla (5 km, ein malerisches Bergstädtchen mit romanischen und byzantinischen Kirchen) stammende Sarkophag einer Römerin mit wunderbaren Steinreliefs von 165-170 n. Chr. Am Rand von Melfi finden sich die Felsenkirchen Madonna della Spinelle, Santa Lucia und Santa Margherita mit byzantinisch inspirierten Wandmalereien aus dem 13. Jh.
In Barile ein paar Kilometer südlich lagert in Felskellern der Aglianico, ein voller Rotwein, einziger DOC-Wein der Basilikata, der rund um Melfi angebaut wird. Diesen Wein bekommen Sie zum cutturiedd', dem lukanischen Ziegenbraten, im gepflegten Restaurant Novecento (Mo geschl. | Tel. 0972237470 | €€) am Stadtrand Melfis im Ortsteil Incoronata. Ein eleganter Übernachtungstipp in Barile: Locanda del Palazzo (11 Zi. | Piazza Caracciolo 7 | Tel./Fax 0972771051 | info@locandadelpalazzo.com | €€) mit hoch gelobtem Restaurant (So-Abend, Mo und mittags geschl. | €€-€€€).
20 km östlich Melfis erreicht man Venosa mit stattlichem Schloss und Kathedrale aus dem 15. Jh., dazu das Geburtshaus des römischen Dichters Horaz (hier 65 v. Chr. geboren) und die aus verschiedenen Vorgängerbauten (römische Spuren) verschachtelte normannische Klosteranlage Trinità, nie ganz vollendet und heute ein wildromantischer Ruinenkomplex.
Heute ist Metaponto eine moderne Ortschaft längs der ionischen Küste, die von Sommertourismus und experimentellem Gemüseanbau lebt. Einst aber war sie die berühmte Griechenstadt Metapontum, in der Pythagoras wirkte und 497 v. Chr. starb: Davon zeugen die Tavole Palatine, 15 Säulen eines dorischen Tempels an der Staatsstraße 106. Zu den griechischen Zeugnissen gehören auch der Parco Archeologico sowie des Antiquarium (mit Archäologiemuseum | Di-So 9-20 Uhr) mit reicher Sammlung archäologischer Funde, Vasen, Schmuck. Eine zweite bedeutende Griechenstadt war Heraclea 20 km südlich von Metaponto. Von ihr zeugt das Museo Nazionale della Siritide (Mi-Mo 9-20, Di 14-20 Uhr) in Policoro, auch mit Funden aus Siris, einer dritten Griechenstadt.
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