Zu den beliebtesten Badeorten der Marken zählen das lebhafte Gabicce Mare (mit den meisten Diskotheken und einem kuriosen Festival der Liebe im Juli), Senigallia mit den meisten Gästebetten und eindrucksvoller neoklassizistischer Marktanlage sowie hoch gerühmten Fischrestaurants oder ganz im Süden San Benedetto del Tronto mit Yachthafen und Palmenpromenaden. Viele Orte sind geteilt in ein mittelalterliches Hügelstädtchen und eine moderne Küstendependance, z.B. Civitanova Marche, Cupra Marittima oder Grottammare.
Ein altehrwürdiges Hafenstädtchen direkt am Meer ist Fano mit malerischer Altstadt, römischen Resten einer Burg und Palazzi. Von hier aus geht es nach Cartoceto, 18 km im Landesinneren, berühmt für sein exzellentes Olivenöl und für eines der besten Restaurants Italiens (mit vier Gästezimmern): Symposium | Mo/Di geschl. | Via Cartoceto 38 | Tel. 0721898320 | www.symposium4stagioni.it | €€€
Diese bedeutendste Hafenstadt (106000 Ew.) an der mittleren Adria ist Hauptstadt der Marken und ein wichtiger Hafen für die Fährschiffe nach Griechenland. Der Hafen und das Stadtinnere bieten einige schöne Plätze mit Kirchen und Palazzi (14./15. Jh.) und der Bummelmeile Corso Mazzini. An der äußeren Landspitze des Hafens baute man 115 n. Chr. den Arco di Traiano zu Ehren Kaiser Trajans. Hier erhebt sich auch der Monte Guasco, auf dem das Wahrzeichen der Stadt, der prächtige romanisch-gotische Dom San Ciriaco, auf römischen und frühchristlichen Resten errichtet wurde. In der südwestlichen Einbuchtung des Hafens liegt die eindrucksvolle Lazarettanlage von 1789.
Vor der mächtigen Bergkulisse der Monti Sibillini, heute Naturschutzgebiet und beliebtes Wanderziel im Süden der Marken, liegt dieses wunderhübsche, von Flussläufen umgebene Städtchen (56000 Ew.). Über einen davon führt der hervorragend erhaltene römische Ponte di Solestà. An der Piazza del Popolo aus spiegelglatten Travertinplatten, mit der schönen gotischen Kirche San Francesco, sitzt man von Renaissancefassaden umgeben im traditionsreichen Caffè Meletti. Im Palazzo Comunale (tgl. 9-13 und 15-19 Uhr) lohnt die Gemäldesammlung einen Besuch.
Das alte Städtchen Cingoli (10000 Ew.) verdient eine Erwähnung wegen seines Beinamens „Balkon der Marken“. In der Tat hat man vom Belvedere hinter der Kirche San Francesco den schönsten Blick über die Hügellandschaft. Und das nette Fabriano (30000 Ew.) ist berühmt wegen der Herstellung edlen Papiers: zu bestaunen im Museo della Carta (Di-So 10-18 Uhr | Largo Spacca | www.museodellacarta.com), zu kaufen bei Bartolini (Via Largo Bartolo di Sassoferrato 7) im Palazzo Podestà. Eine sympathische ländliche Unterkunft liegt in der schönen Hügellandschaft beim nahen Dorf Moscano: Le Gocce di Camarzano (6 Zi. | Tel. 336649028 | Fax 0732628172 | www.goccedicamarzano.com | €).
Die Stadt (35000 Ew.) bietet eine weiträumige Piazza, stattliche Palazzi, einen eindrucksvollen Dom, kostbare Kirchen, vor allem aber die piscine romane, eine aus 30 unterirdischen Becken bestehende römische Wasserreinigungsanlage. Zum Abschluss schmeckt ein gutes Glas Wein zu einer Auswahl von den hervorragenden Pecorinosorten der Marken an der zentralen Piazza del Popolo in der Enoteca Bar a Vino (Mo und mittags geschl. | Tel. 0734228067 | €). Kurz: das ideale Ausflugsziel von den nahen Strandbädern an der Küste.
Hier wächst der Verdicchio, der trockene, leicht bittere Weißwein der Marken, das Beste, was man zum brodetto, der typischen Fischsuppe der Küstenküche, trinken kann. Zum Besuchsprogramm gehören der Renaissancepalast Palazzo della Signoria sowie die Bilder des großen Malers der Marken, Lorenzo Lotto (16. Jh.), im Palazzo Pinetti. Spektakulär sind die phantastischen Tropfsteinhöhlen Grotte di Frasassi landeinwärts.
Die mächtige gotische Hallenkirche Santuario della Santa Casa in diesem mittelalterlich befestigten Hügelstädtchen (11000 Ew.) zählt zu den großen Wallfahrtsorten Italiens, wie allein die reiche Sammlung an Votivbildern und -gegenständen bezeugt. Hierher sollen 1295 Engel das Wohnhaus der Maria von Nazareth im Flug getragen haben. Daher ist die Madonna di Loreto die Schutzheilige der Piloten. An der Kirche und an ihrer Innenausstattung haben im Lauf der Jahrhunderte bedeutende Künstler Hand angelegt.
Alljährlich kommen die Fans des Melodramas in diese schon südlich anmutende Stadt (44000 Ew.) mit ihrem strengen, mittelalterlichen Zentrum zum renommierten Opernfestival (Mitte Juli-Mitte Aug.) in der kuriosen Kulisse einer 1829 erbauten, neoklassizistischen Ballspielarena. Das Umland von Macerata ist reich an römischen Siedlungsresten, und dazu gesellen sich ein Amphitheater und romanische Kirchen und Abteien wie San Claudio al Chienti und Chiaravalle di Fiastra.
Zweitgrößtes Zentrum der Marken (90000 Ew.) mit Stadt- und Badeleben. Pesaro ist der Geburtsort des Opernkomponisten Gioacchino Rossini mit Museum in seinem Geburtshaus und einem renommierten Rossini-Sommerfestival. Ein romantisches Hotel in Gemäuern des 17. Jhs. in der grünen Peripherie Pesaros ist die Villa Serena (10 Zi. | Via San Nicola 6/3 | Tel. 072155211 | Fax 072155927 | www.villa-serena.it | €€-€€€) mit Swimmingpool.
Im Süden Anconas schiebt sich der Apennin auf einer Landzunge dicht ans Meer, als 572 m hoher und mit mediterraner, dunkelgrüner Macchia bedeckter Monte Conero mit Steilküsten und wunderschönen, teils mit dem Boot zu erreichenden Buchten. Mit herrlichem Weitblick liegt 5 km nordwestlich vom Ort Sirolo das Hotel Monteconero (59 Zi. | Tel. 0719330592 | Fax 0719330365 | www.hotelmonteconero.it | €€) in einer alten Abtei mit Tennisplätzen, Schwimmbad und Anschluss an den Golfplatz von Sirolo.
Den schönsten Blick auf Urbino (16000 Ew.), dieses einzigartige städtische Gesamtkunstwerk, hat man von Westen kommend. Unter dem Renaissancefürsten Federigo da Montefeltro arbeiteten hier Künstler wie Raffael („Die Stumme“) und Piero della Francesca („Die Geißelung“), zu sehen in der Galleria Nazionale delle Marche im Palazzo Ducale (Mo 8.30-14, Di-So 8.30-19 Uhr). Ebenfalls im Herzogspalast befindet sich das über und über mit kostbaren Intarsien ausgestattete Studierzimmer des Fürsten.
Heute ist Urbino ein durchaus lebendiges Studentenstädtchen. Da lohnt sich ein Aufenthalt, z.B. im zentralen Italia (43 Zi. | Corso Garbaldi 32 | Tel. 07222701 | Fax 0722322664 | www.albergo-italia-urbino.it | €-€€).
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