Reiseführer Zakinthos - Ithaki - Kefallinia - Lefkas: Zákinthos: Regionale Ziele

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Zákinthos: Regionale Ziele

Reiseführer Zakinthos - Ithaki - Kefallinia - Lefkas: Olympia

Der Ursprungsort der Olympischen Spiele ist bequem auf einem Tagesausflug zu erreichen. Sie können ihn als Schiff-Bus-Tour im Reisebüro buchen oder auch mit dem eigenen Wagen unternehmen. Von Zákinthos bis zum Fährhafen Killíni ist man rund 90 Minuten unterwegs, von dort bis Olympia sind es noch 75 km auf gut ausgebauten Straßen.

Im alten griechischen Heiligtum von Olympia fanden über 1100 Jahre lang die Olympischen Spiele statt. Bezeugt sind sie ab 776 v. Chr., kurz vor 400 n. Chr. wurden sie zum letzten Mal ausgetragen, um dann fünfzehnhundert Jahre später in moderner Form wieder aufzuleben.

Rundgang: Wenn Sie die Ausgrabungen nicht nur sehen, sondern Olympia auch verstehen wollen, sollten Sie vom Eingang sogleich zum Zeus-Tempel gehen. Er ist an seinem dreistufigen Unterbau und den vielen gewaltigen Säulenresten darauf und davor (liegend) deutlich zu erkennen. Dieser Tempel war der kultische Mittelpunkt des Heiligtums. Auf der fast 28 m breiten und über 64 m langen obersten Stufe des Unterbaus bildeten 36 dorische Säulen, jede über 10 m hoch, die Ringhalle des 457 v. Chr. fertiggestellten Tempels aus Muschelkalk. Sie umgaben die fensterlose cella, die man durch eine Türöffnung im Osten betrat. In ihrem Innern stand in mystischem Halbdunkel eines der sieben antiken Weltwunder: eine über 13 m hohe, innen hohle Zeus-Statue aus Gold, Silber, Elfenbein und Edelsteinen. Sie war das Werk des Phidias, der auch an der Schaffung des Bildschmucks für den Parthenon-Tempel auf der Athener Akropolis mitwirkte. Dem Tempel westlich gegenüber stehen die hohen Ziegelmauern einer Basilika aus dem 5. Jh., die an Stelle der antiken Werkstatt des Phidias erbaut wurde.

Südlich an die Werkstatt schloss sich das Leonidaion an, eine im 4. Jh. entstandene Nobelherberge für Ehrengäste, die in römischer Zeit durch ein großes, noch gut erkennbares Wasserbecken verschönert wurde. Nördlich der Werkstatt des Phidias ist die große Palaistra aus dem 3. Jh. v. Chr. mit ihren Säulenreihen, in der die Ringkämpfe ausgetragen wurden, deutlich zu sehen. Im Nordteil des Innenhofs blieb das Rillenpflaster erhalten, das den Kämpfern mehr Standsicherheit verleihen sollte.

Gen Norden fällt der Blick vom Zeus-Tempel auf den Hera-Tempel, dessen Säulen recht unterschiedlich sind. Manche sind aus bis zu zehn, andere nur aus einigen wenigen Säulentrommeln zusammengesetzt. Die Kapitelle sind verschieden, eine der Säulen hat nur 16 statt der üblichen 20 Kanneluren (Längsrillen). Das alles weist darauf hin, dass der bereits um 600 v. Chr. erbaute Tempel ursprünglich hölzerne Säulen besaß, die im Lauf der Jahrhunderte durch steinerne ersetzt wurden, die jeweils dem Zeitgeschmack entsprachen.

An den Hera-Tempel schließt sich nach Westen hin jenseits des Nymphäums, einer halbrunden Brunnenanlage aus römischer Zeit, eine Terrasse an, auf der einst die Schatzhäuser von elf griechischen Stadtstaaten standen. Sie verwahrten hier ihre wertvollsten Weihegeschenke an Zeus. Zahlreiche weitere Weihegeschenke anderer Städte waren überall im heiligen Bezirk aufgestellt.

Die Schatzhausterrasse endet am Eingang zum Stadion, der ursprünglich mit einem Tonnengewölbe überdacht war. Ein Teil davon wurde von den Archäologen rekonstruiert. Rechts vom Eingang sehen Sie die lang gestreckten Fundamente der Echo-Halle, einer 98 m langen Wandelhalle, die den Besuchern der Spiele Schutz vor Regen und der Mittagssonne gewährte.

Das antike Olympiastadion ist ein überraschend einfaches Bauwerk. Es bot auf seinen gut erhaltenen Erdwällen 45000 Zuschauern Platz. Nur die Schiedsrichter saßen auf steinernen Bänken. Die Start- und Ziellinien aus Steinplanken sind an beiden Stadionenden noch deutlich zu erkennen.

Am Rückweg zum Eingang des Grabungsgeländes liegen die Reste des Philippeion: zwei kreisförmige Fundamente, die früher einen Rundtempel trugen. Der makedonische König Philipp II. stiftete ihn 338 v. Chr., sein Sohn Alexander der Große ließ ihn fertigstellen. Im Inneren standen fünf Statuen aus Gold und Elfenbein: in der Mitte Alexander, flankiert von seinen Eltern und Großeltern.

Nördlich des Philippeions erkennt man die Überreste des Prytaneions, in dem die Olympiasieger feierlich bewirtet wurden. Auf der anderen Seite des Weges zeugen geringfügige Reste vom Gymnasion aus dem 3. Jh. v. Chr. Hier konnten die Olympiakämpfer auf einem lang gestreckten, von Säulenhallen umgebenen Platz für ihre Wettkämpfe trainieren (Mai-Sept. tgl. 8-19 Uhr, Okt.-April 8 Uhr bis Sonnenuntergang, Karfreitag nur bis 12 Uhr, 1. Jan., 25. März, Ostersonntag, 1. Mai, 25./26. Dez. geschl. | Eintritt 6 Euro, Kombiticket mit Archäolog. Museum 9 Euro).

Im Archäologischen Museum gegenüber dem Ausgrabungsgelände sind einige der größten Kunstschätze Griechenlands zu sehen. Dazu gehören die marmornen Skulpturen aus den Giebelfeldern des Zeus-Tempels und dessen Metopen genannte Reliefplatten, ein großes Bronzepferd aus der Zeit um 800 v. Chr., der Trinkbecher des Bildhauers Phidias und eine römische Stierstatue. Die beiden berühmtesten Statuen sind der Hermes des Praxiteles und die Siegesgöttin Nike, beides Werke aus der Hochklassik (Mai-Okt. Mo 12-19, Di-So 8-19 Uhr, Okt.-April Mo 10.30-17, Di-So 8.30-15 Uhr).

Im Museum der Geschichte der Olympischen Spiele werden unter anderem antike Sportgeräte gezeigt. Das Museum der Geschichte der Ausgrabungen veranschaulicht die Arbeit der Archäologen (beide geöffnet wie das Archäologische Museum | Eintritt frei).

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