Italienische Archäologen legten 1933/34 eine einst prächtige römische Villa frei, deren Mauern größtenteils noch übermannshoch erhalten waren. 1940 wurde die Villa dann anschaulich rekonstruiert und erhielt wieder ein Dach. Dadurch bekommt man hier vom Wohngefühl der alten Römer einen wesentlich besseren Eindruck, als das in vielen anderen Ruinenstätten der Fall ist.
Ein Merkmal vieler römischer Häuser ist der Innenhof. Die Casa Romana von Kos besitzt gleich drei davon. Zwei von ihnen gehören zum Typus des Peristylhofs, also auf drei bzw. vier Seiten von Säulen oder Pfeilern umgeben. Im großen Peristylhof ist die Kolonnade sogar doppelstöckig: Unten stehen korinthische, auf der Höhe des Obergeschosses ionische Säulen. Vom kleineren Peristylhof aus betritt man das südlich anschließende Triclinium, den Speisesaal des Hauses. Im Triclinium nahm die Familie ihre Abendmahlzeit ein. Man saß dabei nicht auf Stühlen, sondern lag auf - zumeist drei - steinernen Liegen, die mit kostbaren Stoffen und Kissen gepolstert waren.
Die Wände der Räume im Erdgeschoss waren zum Teil mit Marmorplatten verkleidet, zum Teil mit Wandmalereien geschmückt. Reste haben sich in der Casa Romana erhalten. Der Boden bestand ebenfalls aus Marmorplatten oder war mit farbigen Mosaiken ausgelegt.
Das Mosaik im kleinsten der drei Innenhöfe zeigt einen Leoparden und einen Löwen, die jeweils eine Antilope schlagen. Die Mosaiken im Peristylhof neben dem Speisesaal stellen zwei Leoparden, Delphine und Nereiden dar - freundliche Meeresnymphen aus dem Gefolge des Gottes Poseidon. Nach antikem Glauben unterhielten sie die Seeleute mit Musik und Tanz und standen ihnen in Seenot bei. Im großen Peristylhof schließlich sieht man als Mosaik einen sehr schönen Panther und einen Tiger. Alle Mosaiken in der Casa Romana stammen aus dem 3. Jh. Di-So 8.30-15, im Hochsommer evtl. bis 19 Uhr | Odós Grigoríou E' | Eintritt 3 Euro
Auf dem Gelände der Casa Romana liegen auch die Überreste der römischen Thermen. Gut erhalten blieben die aus runden Ziegelplatten errichteten Hypokaustenpfeiler. Sie trugen den Fußboden und leiteten unter ihm heiße Luft hindurch, die so wie eine Fußbodenheizung wirkte. Der Besuch der Ruinen der Thermen ist kostenlos
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