Einige Kilometer abseits des Meeres liegt zwischen der Kassándra und der Sithonía in der überwiegend von Getreidefeldern ausgefüllten Ebene das große Dorf Néa Ólinthos (1150 Ew.). Etwa 2 km außerhalb des heutigen Dorfes legen Archäologen auf einem Hügel die Überreste der antiken Stadt Ólinthos frei. Vom Kassenhäuschen führt ein 700 m langer, von Oleander gesäumter, aber völlig schattenloser Weg hinauf. Kurz vor seinem Ende zweigt ein Pfad nach rechts oben auf das Gipfelplateau des südlichen Hügels ab. Dort liegen die eher spärlichen Ruinen der bereits im 6. Jh. v. Chr. gegründeten Stadt.
Viel interessanter ist das jüngere Grabungsfeld auf dem Plateau am Ende des Weges: Hier bedecken die Ausgrabungen eine weite Fläche, sind Grundrisse vieler Häuser und gepflasterte Straßen deutlich zu erkennen. Dieser neuere Teil des antiken Ólinthos wurde erst nach 432 v. Chr. gegründet. Die Flotte der Athener bedrohte damals die Städte der Chalkidikí. Die Bewohner mehrerer Küstenstädte beschlossen daraufhin, ihre Heimat zu verlassen und sich im sichereren Ólinthos niederzulassen. Alle Neusiedler erhielten auf diesem zweiten Hügelplateau per Losentscheid gleich große Grundstücke zugewiesen, auf denen sie bauen durften. Das Straßennetz der Stadt entstand auf dem Reißbrett und ähnelt einem Schachbrettmuster.
Die Innenraumaufteilung der Häuser war zwar unterschiedlich, folgte aber einem gemeinsamen Grundprinzip. Stets führte der Eingang auf einen Innenhof. Von ihm gingen mehrere Repräsentationsräume ab. Eine Treppe führte hinauf in ein Obergeschoss, in dem die Wohnräume lagen. In drei der Häuser sind noch die damals allgemein üblichen Mosaike zu sehen. Zwei sind rein geometrisch, eines zeigt zwei Greife, die gerade einen Hirsch schlagen. 348 v. Chr. zerstörte Philipp II., der Vater von Alexander dem Großen, die Stadt; ihre Bewohner wurden getötet oder in die Sklaverei verkauft (Mai-Okt. tgl., Nov.-April Di-So 8-14.30 Uhr | an der Küstenstraße und im Dorf Néa Ólinthos ausgeschildert). 7 km von Gerakiní
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