Die weiträumige Anlage auf dem Ettersberg, etwa 8 km vom Stadtzentrum entfernt, erinnert an mehr als 250000 Menschen, die von 1937 bis 1945 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert waren. Über 50000 von ihnen kamen ums Leben. Die Nationalsozialisten hatten das KZ ab 1937 errichtet, die Häftlinge wurden seit 1943 in Buchenwald und in seinen insgesamt 136 Außenkommandos rücksichtslos in der Rüstungsindustrie ausgebeutet.
Von August 1945 bis 1950 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände als Internierungslager, in dem schuldige und vermeintlich schuldige Nationalsozialisten, aber auch willkürlich verhaftete Personen, unter ihnen Frauen und Jugendliche, inhaftiert waren. Von den etwa 28000 Häftlingen starben mehr als 7000 vor allem an Krankheiten und Unterernährung. Sie wurden in Massengräbern verscharrt. Gegenüber diesem Gräberfeld entstand 1997 ein eigenes Ausstellungsgebäude, in dem die Geschichte des Konzentrationslagers dokumentiert ist.
Ab 1954 wurde die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwaldgeschaffen, die heute schlicht den Namen Gedenkstätte Buchenwald trägt. Zum ehemaligen Lager führt die 1939 von Häftlingen ausgebaute „Blutstraße“, die teilweise noch original erhalten ist. Der Parkplatz und die Bushaltestelle entstanden auf dem Exerzierplatz der SS. Man betritt das Lagergelände durch das Tor mit der verhöhnenden Inschrift „Jedem das Seine“. Informations- und Gedenktafeln sowie Gedenksteine erinnern an bedeutsame Orte und Ereignisse. Lagerbaracken sind nicht mehr vorhanden, ihre Grundrisse wurden durch Kupferschlacke markiert. Erhalten sind das Torgebäude mit dem Arrestzellenbau und Gedenkzellen für die hier ermordeten Häftlinge, die Häftlingskantine, das Krematorium mit einem museal gestalteten Nebengebäude. Das Desinfektionsgebäude dient heute als Kunstmuseum, und im Kammergebäude ist eine Dauerausstellung zur Geschichte des Lagers zu sehen.
Vom KZ aus führt der Weg zur Südseite des Ettersbergs, auf dem sich eine monumentale Denkmalanlage befindet, in die drei große Massengräber einbezogen wurden. Im Mittelpunkt erhebt sich das von dem Bildhauer Fritz Cremer gestaltete Denkmal (1958). Es vereint elf aus Bronze gegossene Figuren, die den Widerstandskampf im Lager darstellen. Krönung der gesamten Anlage ist der 50 m hohe Glockenturm mit einer Bronzeplatte im Inneren, unter der sich Erde aus anderen Konzentrationslagern befindet. Ein Museum am Eingang zum Mahnmal informiert über die Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald seit 1945. Im Kino der Gedenkstätte wird mehrmals täglich ein Einführungsfilm (Dauer 30 Min.) gezeigt. Die Besucherinformation am Parkplatz hält Informationsmaterial bereit und berät vor dem Rundgang. Ca. 10 km nördlich von Weimar | Die Außenanlagen sind tgl. bis zum Einbruch der Dunkelheit zu besichtigen, Öffnungszeiten der musealen Einrichtungen: April-Okt. Di-So 10 bis 18, Nov.-März 10-16 Uhr | Der Besuch der Gedenkstätte sowie der Ausstellungen ist kostenlos | www.buchenwald.de
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