Von 1775 bis 1788 ging Goethe, wann immer er es einrichten konnte, von Weimar zum Schloss „hinter den Bergen“. Dort, in Großkochberg, wohnte seine gute Freundin Charlotte von Stein. Eine Wandergruppe aus Jena suchte nach der kürzesten Verbindung, die Goethe damals gewählt haben könnte. Den 28 km langen Weg markierte sie mit einem großen weißen „G“ auf grünem Untergrund. Planen Sie einen ganzen Tag dafür ein.
In Weimar wandern Sie am Wielandplatz los. Der Weg führt Sie über die Amalien- und Rainer-Maria-Rilke-Straße sowie den Bergweg nach Vollersroda - ein typisches Straßendorf, das schon 1262 in einer Urkunde erwähnt wird. Goethe hat diese Strecke meist mit dem Pferd zurückgelegt und war auf diese Weise nach eigenen Angaben etwa zweieinhalb Stunden unterwegs.
Wenig später bietet sich vom Hang der Balsamine ein herrlicher Blick in das mittlere Tal der Ilm. Sie wandern weiter bergab und kommen in das schön gelegene Dorf Buchfart. Sehenswert ist die überdachte, 39 m lange Holzbrücke (17./19. Jh.) über die Ilm. Die ältesten Teile der Wassermühle daneben stammen aus dem 17. Jh. Oberhalb des Dorfes, am Steilhang des linken Ilmufers, wurde die Höhlenburg in den Kalkfelsen getrieben, die in vor- und frühgeschichtlicher Zeit vermutlich als Fluchtort diente. Weiter geht es nach Saalborn, danach laufen Sie ein kleines Stück an der B 85 entlang. Im Dämmbachsgrund, benannt nach einem munter plätschernden Bach, biegen Sie rechts in einen Waldweg ein und wandern in Richtung Schwarza. Von hier geht es weiter nach Hochdorf.
In Hochdorf haben Sie 20 km der Strecke zurückgelegt. Zeitangaben sind kaum möglich, denn mancher verweilt auf den Ruhebänken und Rastplätzen, während andere die Wanderung als sportliche Herausforderung ansehen. Goethe hatte es, so die Überlieferung, stets eilig, denn Charlotte von Stein wartete auf ihn. Am 12. Juli 1777 notierte der Dichter: „... ich habe mich gestern herausgeflüchtet, bin um halb sechs zu Fuß von Weimar abmarschiert und war halb zehn schon hier, da alles schon verschlossen war und sich zum Bettgehen bereitete...“
Als nächstes Wanderziel folgt Neckeroda, ein altes Rundangerdorf. Bald darauf ist der Luisenturm erreicht, von dem Sie einen weiten Blick ins Thüringer Land haben. Benannt wurde der Turm nach Luise von Stein, einer Enkeltochter Charlotte von Steins. Noch 3 km, und das Ziel ist erreicht: Schloss Kochberg.
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