Dass die Landschaft im Ruhrgebiet völlig anders ist als das, was man sonst als Natur kennt, das kann man auf dieser Route erleben. Die Natur konnte so auf Zechenbrachen, Bergehalden und Hochofenarealen im zentralen Ruhrgebiet nur entstehen, weil Menschen sich lange Jahre nicht für diese Flächen interessierten. Als Tagestour lassen sich die rund 20 Stationen der Route der Industrienatur erkunden, hier ein Ausschnitt.
Ausgangspunkt ist Haus Ripshorst, in Oberhausen am Kanal und unweit des Gasometers gelegen. Ein alter Bauernhof inmitten von Feldern und Wiesen beherbergt heute Natur- und Umweltschutzverbände sowie ein Informations- und Ausstellungszentrum zur Route und zur Industrienatur allgemein (Ripshorster Straße). Ganz in der Nähe liegt der Gehölzgarten Ripshorst, ein Arboretum (Osterfelder Straße). Die Sammlung zeigt Gehölze, die zum Teil auch schon voreiszeitlich in der Region zu finden waren. Südlich der Ripshorster Straße erstreckt sich die Fläche des ehemaligen Sammelbahnhofs Essen-Frintrop. Kleine Spazierwege führen durch das Gelände und lenken den Blick auf ein merkwürdiges Miteinander von Pflanzen. Wenn die Goldrute neben dem Schmetterlingsstrauch und dem Greiskraut wächst, dann treffen an den Gleisen drei Kontinente zusammen: Nordamerika, Asien und Afrika. Das Greiskraut, eine bis in den November gelb blühende Pflanze, ist mit Erztransporten aus Südafrika gekommen.
Über die A 42 geht es Richtung Osten nach Essen. Nach der Ausfahrt Gelsenkirchen-Heßler den braunen Schildern „Zollverein“ folgen. Das Ziel ist der dortige Zechenwald (Gelsenkirchener Str. 181). Auf dem schwarzen Boden aus Bergematerial und Kohleschlämmen haben sich 300 Pflanzenarten angesiedelt. Der Rundgang ist ausgeschildert. Im Wald verstreut sind Skulpturen des Künstlers Ulrich Rückriem.
Jetzt den Schildern „Essen-Zentrum“ folgen und auf der A 40 bis nach Bochum-Werne fahren. Die Halde Lothringen des Areals liegt beim gleichnamigen 1967 stillgelegten Bergwerk und ist zugänglich über den großen Gewerbepark-Kreisel (Kirchharpener Str.). Hier steht auch eine Infotafel. Ein Spazierweg führt auf die Halde, deren Ausmaße sich erst erschließen, wenn man von ihrem Rand in den „Abgrund“ schaut.
Weiter nordöstlich, nach einer Fahrt quer durch das angrenzende Castrop-Rauxel hält die 40 ha Brache der Zeche Victor III/IV an der Langen Straße im Ortsteil Ickern ganz im Norden einige Überraschungen bereit. Seit Stilllegung der Zechen 1973 war das Gelände sich selbst überlassen. Eine Grassteppe legte sich über das Areal, gesäumt von einem Birkenwald und kleinen Gehölzen. Infos: Haus Ripshorst | Ripshorster Str. 306 | Oberhausen | Tel. 0208/8833483
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