Stichworte
Das Motto der Münchner heißt „Leben und leben lassen“
Grant
Dank der Jahrzehnte dauernden Aufklärungssendung „Komödienstadel“ weiß die Welt: Der Bayer ist stets lustig, ein bisschen hinterhältig, auch ein bisschen doof, aber gutherzig und trotz einer gewissen Bauernschläue am Ende der Komödie ein guter Mensch. Die Wahrheit ist nicht ganz so einfach. Der Bayer (hier unterscheiden wir ausnahmsweise nicht zwischen Städter und Landmann/-frau) ist von Haus aus grantig, wortkarg, mürrisch, einzelgängerisch. Er liebt die Ruhe (das dazu unpassende Fremdwort heißt „Gemütlichkeit“), das ungestörte, langsame Schlürfen einer Maß Bier, er hat immer Recht, und wenn nicht, wird er noch grantiger. Nichtbayern versuchen gerne, ihm die Welt zu erklären, zum Beispiel, wie man mit einem Zahnstocher den Salzstreuer zum Streuen bringt. Das mag der Bayer nicht gerne, denn er schraubt den Deckel lieber ab, um ans Salz zu kommen.