Was für eine Stadt!
Lange lautete das Motto Münchens: „Die Weltstadt mit Herz“, jetzt heißt es: „München mag dich“, und daran hält sich die Stadt auch. Wer einmal den Sonnenuntergang im Biergarten erlebt hat, will nicht mehr gehen. Aber München bietet mehr als Brezn und Bier: zum Beispiel Erholung im Englischen Garten. Abenteuer im Olympiapark, beim Klettern übers Stadiondach. Shopping auf der Maximilianstraße. Oder Feierspaß beim größten Volksfest der Welt, dem Oktoberfest. Wer noch mehr entdecken will, besucht das Schloss des Märchenkönigs oder macht einen Badeausflug ins Voralpenland: Es fällt leicht, München zu mögen.
München ist immer beides: Großstadt und Provinz, Metropole und Millionendorf, High-Tech-Bastion und Trachtenwerkstatt, vielfacher deutscher Fußballmeister mit dem FC Bayern und einstiger Arbeiterverein mit dem Bundesligisten TSV 1860 München. München ist Universität und Analphabetismus, Villenvorort und Glasscherbenviertel, Jugendstilarchitektur und Vorstadtsünde, oder, um es kulinarisch auszudrücken: Es gibt Weißwurst und Nouvelle Cuisine, Schweinsbraten und Trüffeln, Bier und Bloody Mary. München ist eben ambivalent.
Wer München entdecken will, muss sich auf ein Wechselbad einlassen. Er muss mit dem Münchner Grant (das ist, wenn ein Münchner in Ruhe gelassen werden will, und das will er eigentlich immer) genauso rechnen wie mit der sprichwörtlichen Gemütlichkeit. Und wer die wichtigste Regel beachtet, die heißt: „Nimm München so, wie es ist“, wird in dieser Stadt eine wunderschöne Zeit erleben, egal ob es regnet, ob die Sonne scheint oder ob Föhn ist.
Bücher & Filme
Gladius Dei: Thomas Manns Meistererzählung ist das oft geschundene Zitat „München leuchtet“ entnommen, im Original heißt es allerdings „München leuchtete“.
Gelächter von außen: Oskar Maria Graf rechnet hier teils liebevoll und teils böse mit München ab.
Münchnerinnen: Ein hübsches Alterswerk des sehr bayerischen Schriftstellers Ludwig Thoma.
Kerbels Flucht: Uwe Timm schildert die Landeshauptstadt aus der Sicht eines Taxifahrers.
Rossini: Regisseur Helmut Dietl setzte mit diesem Film dem Italiener an der Ecke ein Denkmal. Bis zur Schließung im Jahr 2007 gehörte der Drehort, das Romagna Antica, zu den Topadressen der Stadt.
Kir Royal: Nochmal Helmut Dietl mit einer Gesellschaftssatire, die die Münchner Schickeria aufs Korn nimmt, erzählt aus der Perspektive des Klatschreporters Baby Schimmerlos.
München: Steven Spielberg dokumentiert die Ereignisse während und nach dem Attentat bei den Olympischen Spielen 1972.
Anatomie: Der Campus aus „Anatomie“ von Regisseur Stefan Ruzowitzky liegt in München, obwohl der Thriller um einen Ärzte-Geheimbund in Heidelberg spielt.