Reiseführer Berlin: Spaziergang

Berlin
zur Kartenansicht Berlin


Auf den Spuren der Berliner Stadtgeschichte

Spaziergang

Reiseführer Berlin: Durch die Berliner Geschichte: Die Spandauer Vorstadt

Der Name spricht für sich: Als ehemaliges Neubaugebiet für die Stadterweiterung bekam das Viertel im 18. Jh. den Namen Spandauer Vorstadt, weil hinter dem Stadttor der Weg gen Spandau führte. Heute haben sich viele Medienagenturen sowie In-Boutiquen und Bars hier angesiedelt. Dauer: ca. 1 Stunde

Das Scheunenviertel, das heute als Teil der Spandauer Vorstadt begriffen wird, liegt nördlich des S-Bahnhofs Hackescher Markt. Dort reihten sich im 18. Jh. die Scheunen vor den Toren Berlins wie Perlen an einer Kette. Auf diese Art wollte man Großbrände innerhalb der Stadt verhindern. War die Spandauer Vorstadt im 18. Jh. vor allem ein Zentrum von Landwirtschaft und Handel, entwickelte sich nach und nach immer mehr urbanes Leben. Die „goldenen“ 1920er-Jahre ließen schließlich ein kulturelles und handwerkliches Leben erblühen; Religionen mischten sich, und im östlich gelegenen Scheunenviertel lebten viele Juden vornehmlich aus Osteuropa. Heute knüpft der Stadtteil mit Theatern, Kunsthandwerksbetrieben und vielen Läden und Cafés wieder an diese Tradition an.

Der S-Bahnhof Hackescher Markt, an dem der Spaziergang beginnt, markiert die alte Stadtgrenze, denn zwischen Jannowitzbrücke und Friedrichstraße fährt die S- und Fernbahn auf den Fundamenten der alten Stadtmauer. Benannt ist der S-Bahnhof nach dem Stadtkommandanten von Hacke, der Mitte des 18. Jhs. das dortige Sumpfgelände trockenlegen ließ. Er ist auch Namensgeber der Hackeschen Höfe gegenüber vom Bahnhofsvorplatz. Europas größtes Hofensemble bietet nicht nur acht hintereinander angeordnete Höfe, sondern auch viel Kultur und Kunsthandwerk. Wer alle Höfe passiert, steht am Ende in der Sophienstraße, einer herausgeputzten Straßenzeile, die in den 1980er-Jahren auf Geheiß der Ostberliner Stadtoberen zur 750-Jahr-Feier saniert wurde, während nur ein paar Ecken weiter die Spandauer Vorstadt dem Verfall preisgegeben wurde. Links entlang, passieren Sie nach etwa 50 m den Kirchhof der Sophienkirche mit dem ältesten Barockkirchturm der Stadt. Auf der rechten Seite steht das Handwerksvereinshaus von 1844, Berlins erster selbstständiger Arbeiterorganisation. In den Sälen tagten und diskutierten bis zu 3000 Personen. Besonders in den 1920er-Jahren hielten Kommunisten, Sozialdemokraten und Nationalsozialisten hier Parteiversammlungen ab. Auch die so genannten Ring-Vereine, mafiose Verbände Krimineller, trafen sich dort regelmäßig.

Ein paar Meter weiter führt der Weg durch ein Tor in die Sophie-Gips-Höfe. Medienagenturen, Galerien und Gastronomiebetriebe haben sich hier niedergelassen. Die Einheit von Wohnen, Arbeit und Kultur in einem Gebäude, wie sie in Berlin früher gepflegt wurde, lebt hier sichtbar wieder auf. Der Hinterausgang des Hofensembles führt in die Gipsstraße. Sie gehört zu den ältesten Straßen der Spandauer Vorstadt. Früher gab es in der Straße eine Gipsbrennerei. Weiter geht es links die Straße entlang bis zum Ende. Viele Gründerzeithäuser sind inzwischen renoviert worden, und auch hier lohnt sich ein Blick in die Hinterhöfe mit oft einstöckigen Remisen.

An der Auguststraße angekommen, biegen Sie nach etwa 50 m links in die Große Hamburger Straße ein. Sie war noch in den 1920er-Jahren berühmt für das Zusammenleben von Juden, Protestanten und Katholiken. Auf der rechten Seite kommt bald die hübsche Klinkerfassade des St.-Hedwig-Krankenhauses in Sicht. Es wurde 1888 als Hospital für Altersschwache eröffnet. Gewidmet ist es der heiligen Hedwig, die im 12. Jh. während der Christianisierung Schlesiens für ihre Armen- und Krankenpflege bekannt wurde. In der Großen Hamburger Str. 27 betreibt die Jüdische Gemeinde ein Gymnasium. Neben dem Schulhof befand sich früher ein jüdischer Friedhof, der allerdings schon 1827 zum Park des ehemaligen jüdischen Altersheims umgewidmet wurde. In diesem Heim, das heute nicht mehr steht, organisierte die SS maßgeblich die Deportationen in die Konzentrationslager. Ein Gedenkstein und eine Skulptur erinnern an die 56000 Berliner Juden, die in die Todeslager deportiert wurden. Gegenüber dem ehemaligen Friedhof gilt Haus Nr. 19a als das älteste Haus der Spandauer Vorstadt. Am Ende der Großen Hamburger Straße biegen Sie links in die Oranienburger Straße ein. Nach rund 100 m kommt der Hackesche Markt wieder in Sicht, wo die Tour endet.

Reiseforum

Reiseforum Mark Brandenburg: 1 Eintrag

Restaurant-Tipp für Potsdam

Bei meinem Urlaub in Potsdam letztes Jahr habe ich zwei ganz nette Restaurants in Potsdam ...

BurgerQueen1979, 12.02.08, 13:20

Zum Reiseforum Mark Brandenburg »

Neueste Bilder

Es wurden keine Bilder zu Mark Brandenburg gefunden

Bilder zu Mark Brandenburg hochladen »

Hotelsuche

calendar
calendar

PromotionPartnerangebote

MP Reisen

Nichts Passendes dabei? Hier finden Sie viele Entdeckerreisen. Alle Reiseangebote

Ylt Reisen

Nichts Passendes dabei? Vorschläge von Young Line Travel gibt’s hier: alle Reiseangebote

Mietwagen

Mit Avis Mietwagen Deutschland entdecken - jetzt online buchen.

Hotels

Hotels in Berlin mit Bestpreisgarantie für jede Preisklasse! Jetzt buchen

Webcams weltweit

Mit Live-Webcams die Welt entdecken

Wie ist das Wetter in Kapstadt? Ist Venedig im Juni wirklich so überlaufen? So schön funkelt der Eiffelturm bei Nacht?

» Alle MARCO POLO Webcams

MARCO POLO Produkte

MARCO POLO Reiseführer Mark BrandenburgMARCO POLO Reiseführer Mark Brandenburg
Jetzt bestellen »

MARCO POLO Reiseführer BerlinMARCO POLO Reiseführer Berlin
Jetzt bestellen »

Bestellen Sie im Marco Polo Shop!
Sie erhalten Ihre Bestellung versandkostenfrei nach Hause geliefert und bezahlen bequem per Rechnung. Jetzt den Shop entdecken!


MARCO POLO MOBIL | Newsletter | Häufige Fragen (FAQs) | Kontakt | AGB | Datenschutz | Sitemap | Presse | Impressum

© MAIRDUMONT Online 1996-2011 | MAIRDUMONT | KOMPASS | Falk Routenplaner | Varta-Führer | Baedeker | DuMont Reise

Geschaftskunden Anfragen: Portal-Vermarktung MAIRDUMONT Media | Content- und Dienste Lizensierung Falk Content & Internet Solutions