Zum Philosophenweg gelangen Sie über den Schlangenweg (an der Alten Brücke) oder die Albert-Ueberle-Straße (nahe der Theodor-Heuss-Brücke). Beide sind steile Wege mit bis zu 45 Grad Steigung – es empfiehlt sich, bequeme Schuhe zu tragen. Der hier beschriebene Weg führt zunächst am Neckar entlang und dann den Schlangenweg bergauf. Für den insgesamt 3 km langen Rundweg sollten Sie ca. zwei Stunden einplanen.
Der Rundgang führt zunächst in das sowohl für Heidelberger als auch für Gäste anziehende Naherholungs- und Naturschutzgebiet gegenüber dem Restaurantschiff östlich der Theodor-Heuss-Brücke; dort geht es auf dem Leinpfad flussaufwärts den Neckar entlang. Schon hier begegnen Ihnen Mauereidechsen, die einen Lebensraum an den Trockenmauern gefunden haben. Aufgrund des besonderen Klimas konnten sich hier charakteristische Lebensformen der mediterranen Natur entwickeln: Fallwinde sorgen für einen Erwärmungseffekt, und so ist die Durchschnittstemperatur am Philosophenweg um 1,5 Grad höher als in der Stadt.
Vom Leinpfad aus zeigt sich die Stadt auf der anderen Seite des Flusses von ihrer schönsten Seite: Sie präsentiert den Betrachtern die Alte Brücke, das Schloss und die gesamte Altstadt mit ihren pittoresken Häusern aus den Epochen vom Barock bis zur Gründerzeit.
Nur wenige Meter von der Alten Brücke entfernt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, windet sich der kleine, enge, jedoch gepflasterte Schlangenweg den Berg hinauf. Zu beiden Seiten wird er begrenzt von Steinen, Bäumen und Sträuchern, was ihn stellenweise wie einen grünen Tunnel erscheinen lässt. Oben bietet eine Aussichtskanzel einen ersten Ruhepunkt, von dem aus man die darunter liegende Stadt aus einem neuen Blickwinkel sehen kann. Die Dichter der Romantik – und nicht nur sie – zeigten sich schon vor mehr als hundert Jahren tief beeindruckt von diesem zauberhaften Einklang von Landschaft, Stadt und Fluss.
Nach links führt der Philosophenweg zur Meriankanzel, wo Bänke zu einer kleinen Pause einladen. Matthäus Merian (1593–1650) hielt die Stadtansicht Heidelbergs von 1620 in einem Kupferstich fest, der auf einer Schautafel hinter dem Geländer vergrößert abgebildet ist. Wildromantische private Gärten, die für den hiesigen Raum ungewöhnliche Pflanzen beherbergen, säumen den Weg. Vorbei am Liselotte-Stein, der an Liselotte von der Pfalz erinnert, gelangen Sie zur Liselotte-Hütte – hier finden Wanderer bei schlechtem Wetter ein schützendes Dach über dem Kopf.
Überall auf dem Weg zum berühmten Philosophengärtchen, das nun in Sicht kommt, begegnet man exotischen Pflanzen, unter anderem Jasmin und Lorbeer aus Südeuropa oder Indigo aus dem Himalaya. Über den „Lebensraum Philosophenweg“, zu dem auch die Wildbienen gehören, gibt ein Schild Auskunft.
Am Philosophengärtchen angelangt, kann man sich an einem Kiosk mit Getränken oder einer kleinen Vesper stärken. Hier haben Sie noch einmal Gelegenheit, die Schönheit der Stadt zu genießen. Der Garten zeigt im Frühjahr die ersten Krokusse, denen später die Tulpen und die Rosen in ihrer Buntheit und Farbenfreude folgen. Die jahreszeitlich wechselnde Bepflanzung trägt dazu bei, dass man sich hier wohlfühlen muss. Genau wie Friedrich Hölderlin, an den auf einer kleinen Anhöhe ein steinernes Denkmal erinnert – er besuchte die Stadt dreimal. Sein Gedicht „Heidelberg“ mit dem bekannten Eingangsvers „Lange lieb' ich dich schon …“ erschien erstmals 1801 in einem poetischen Taschenbuch. Die noblen Häuserreihen entlang geht es nun bergab zur Bergstraße in Neuenheim. Wenn Sie nach links abbiegen, sind Sie wieder am Neckarufer und somit am Ende der Wanderung.
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