Um Legenden über die Entstehung ihres Nationalgetränks sind die Frankfurter nie verlegen. Die einen behaupten, Kaiser Karl sei der „Erfinder“: Sein monarchisches Gewicht habe aus einem auf einem Stuhl liegenden Apfel alle Flüssigkeit gepresst. Andere erzählen die Geschichte der beiden diebischen Soldaten, die ihre Apfelbeute ausgerechnet im Kanonenrohr versteckten, vom Hauptmann ertappt wurden und zusehen mussten, wie der Kanonenputzer so lange im Rohr herumstocherte, bis „daraus quoll ein Strom hervor“. Wie dem auch sei, gewerblich ausgeschenkt wird das gekelterte „Stöffche“ seit dem 17. Jh.; immer schon in einem Steingutkrug (Bembel) und in geschliffenen Gläsern (Gerippte). Anfangs waren am Straßenrand wachsende Äpfel die Basis für den erfrischenden Trunk, inzwischen kommen sie von weither. Der Herstellungsdreiklang Süßer (frisch gepresst nach der Ernte), Rauscher (nach einigen Wochen Gärung, trüb, leicht moussierend), Neuer (nach Abschluss des Gärprozesses, klar) ist indes bis heute gültig - ebenso wie die vier Schreibweisen Äppelwoi, Äppelwei, Ebbelwei, Ebbelwoi. Und jeder echte Frankfurter weiß natürlich, welcher Wirt noch nicht auf Industrieware umgestellt hat.
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