Aus dem Schienenweg, den einst die Dampfloks von der Mosel in die Eifel hinaufkeuchten, ist einer der schönsten Radwege im Land der Vulkanberge geworden: der Maare-Mosel-Radweg. Am elegantesten schafft man die 58 km von Daun bis Bernkastel-Kues „von oben“ her: Lassen Sie sich einfach rollen. Wer mehr Ehrgeiz hat, kann es auch in umgekehrter Richtung versuchen.
Die gesamte Tour dauert ca. 4 Stunden. Die Strecke ist vorbildlich ausgeschildert, sodass Sie sich eigentlich nicht verfahren können. Da kaum Straßen gekreuzt werden, ist der Radweg auch für Familien mit Kindern bestens geeignet. Die Trasse ist durchgehend asphaltiert, bietet sich also auch für Inliner an.
Auf dieser Tour durch das Herz der Vulkaneifel bis hinunter zur Mosel erleben Sie geologische Highlights wie Maare und Vulkankuppen. Die Tour starten Sie in Daun, dem Zentrum der Vulkaneifel und früheren Sitz eines bedeutenden Grafengeschlechts. Am ehemaligen Dauner Bahnhof beginnt der Radweg.
Gleich die ersten Meter sind atemberaubend: Vom 28 m hohen Viadukt eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf das Kurstädtchen. Am Anfang der Tour geht es sanft bergauf, eine erste Abkühlung können Sie im tropfenden Wasser des Großen Schlitzohrs finden. So wird ein 560 m langer Tunnel genannt, durch den früher die Züge donnerten. Im Gegensatz zu den Zeiten, als hier Dampfloks durchfuhren, ist der Tunnel allerdings beleuchtet. Hinter dem Schlitzohr geht es fast nur noch bergab - bis hinunter zur Mosel senkt sich die Trasse um fast 300 Höhenmeter.
Vorbei am Schalkenmehrener Maar, dem größten der Dauner Maare, fahren Sie durch das Naturschutzgebiet Sangweiher. Wer Glück hat, kann hier Fischreiher beobachten. In Gillenfeld gibt es Gelegenheit zur Rast an einer Radfahrer-Tankstelle (Gaststätte Zur Bubenlay | Di geschl. | Bahnhofstr. 2 | Tel. 06573/953595 | €). Auch Abstecher zur Glockengießerei in Brockscheid und zum Vulkanhaus Strohn sind möglich.
Vorbei am kleinen, aber idyllischen Holzmaar, kommen Sie nach Eckfeld, wo Sie im Bauern-Café (Mo geschl., Nov.-Ostern nur am Wochenende geöffnet | www.bauernhofcafe-morgenfelderhof.de | €) einkehren können. Unterhalb des ehemaligen Klosters Buchholz geht es nach Pantenburg (20 km ab Daun). Wer zwei Tage lang radeln will, kann die Tour hier unterbrechen und sich nach Niedermanderscheid zum gewaltigen Komplex der Burgruinen von Manderscheid hinunterrollen lassen. Den besten Blick auf das Burgenensemble haben Sie von der Straße, die hinauf nach Manderscheid führt. Dort können Sie in einem der Gasthöfe übernachten und die Tour am nächsten Morgen in Pantenburg fortsetzen.
Ab Pantenburg geht es fast nur noch bergab bis zur Mosel (stärkstes Gefälle 2,5 Prozent, denn die Trasse wurde ja schließlich einmal für keuchende Dampfloks gebaut). Über Laufeld und Hasborn führt der Weg durch Laubwälder hinunter nach Plein ins wildromantische Flusstal der Lieser - auch hier wieder Viadukt und Tunnel. Vorbei an Lüxem, dem Dorf der Tabakbauern, geht es hinein in die „Säubrenner-Stadt“ Wittlich. Nach einer Pause in einem der vielen Cafés fahren Sie weiter nach Platten. Die raue Eifellandschaft öffnet sich, Weinberge begleiten nun die Radler nach Noviand und Maring. In diesen Winzerörtchen lässt sich noch eine Pause einlegen.
Bei Lieser kommt die Mosel in Sicht, entlang des Ufers sind es jetzt nur noch wenige Minuten bis zum Kueser Busbahnhof in Bernkastel-Kues. Eine Besichtigung des romantischen Moselstädtchens (über die Moselbrücke hinüber ins Bernkasteler Zentrum) lohnt sich. Auch ein Gläschen Wein können Sie ohne Bedenken probieren, denn nach Daun geht es auch gemütlich im Fahrradbus zurück (vorher unbedingt buchen unter www.regioradler.de; der Radelbus hält auch in Manderscheid, wo man die Tour unterbrechen kann). Informationen: Kur- und Verkehrsamt Daun | Leopoldstr. 5 | 54550 Daun | Tel. 06592/95130 | Fax 951320 | www.eifel-radtouren.de; Fahrrad-Servicestationen in Daun (Fun Bike | Trierer Str. 1 | Tel. 06592/3883 | www.fun-bike-daun.de) und in Wallscheid (Jupps Fahrradverleih | Holzmaarstr. 3 | Tel. 06572/4183 oder 0171/5251535).
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