Der Bereich der Grande-Île, wo aus einem „Haus im Sumpf“ Brüssel mit all seinen Kontrasten wurde, lässt sich in zwei Stunden entdecken. Mit Shopping und Verschnaufpausen in schicken Cafés werden es leicht vier Stunden.
Neben der Börse in der Rue de la Bourse kann man durch ein Glasdach einen Blick auf die ausgegrabenen Reste der Altstadt werfen, die im Museum Bruxella 1238 (Führungen am ersten Mittwoch des Monats um 11.15 und 15 Uhr | Voranmeldung: Tel. 022794350 | Eintritt 3 Euro | www.brucity.be) gezeigt werden. Auf der anderen Seite des Boulevard Anspach führt die Rue Jules van Praet zur Place Saint-Géry mit ihren Szenecafés. In der früheren Markthalle plätschert ein imposanter Brunnen. Gegenüber der Rückseite führt der Innenhof des alten Häuserkomplexes zur einzigen Stelle, an der das Senne-Flüsschen noch zu sehen ist. Romantisch spiegelt sich die Barockkirche Notre-Dame aux Riches Claires im Wasser.
Über die Rue Saint-Christophe geht es zur Rue des Chartreux. Die Uhrmacherläden An-Hor (Nr. 3) und Atelier Demarteau (Nr. 42) sind wie aus dem Bilderbuch. Im Greenwich spielte schon der Künstler René Magritte Schach. Die Straße mündet auf die angesagte Place du Jardin aux fleurs. In der Rue Antoine Dansaert braucht man es bei den Boutiquen mit junger Mode nicht bei einem Schaufensterbummel zu belassen: Spitze ist Stijl. Am Haus Nr. 81 zieht der Art-déco-Giebel den Blick auf sich. Ein Schlenker durch die schattige Rue Léon Lepage vermittelt Paris-Gefühl, in der Rue du Rempart des Moines tut sich hinter der Barockpforte bei Nr. 21 ein uraltes, enges Stück Brüssel auf, die Rue de la Cigogne. Dann führt die Rue Dansaert zur Porte de Flandre. Deren volkstümlicher Charakter weicht rasant Cafés, Galerien, Boutiquen und Lofts mit Kanalblick. Durch die trendy Rue de Flandre (hinter Nr. 46 die prächtige Barockfassade des Maison Bellone) geht es zur Place Sainte-Catherine. Ein kurzer Abstecher in die Rue Sainte-Catherine führt Sie in Brüssels kleines China-Town, mit asiatischen Supermärkten und Snackbars.
In der neogotischen Kirche am Platz verehren Gläubige eine kleine, schwarze Madonna. Vom ursprünglichen Heiligtum steht nur noch der barocke Tour de la Vierge-Noire. Hinter dem Chor fügt sich der Tour Noire in eine Hotelfassade, einer der wenigen Reste der ersten Stadtmauer aus dem 13. Jh. An der Nordseite von Sainte-Catherine rahmen lange Quais Wasserbecken. Früher befand sich hier ein Teil des Hafens. Zur Kirche Saint-Jean-Baptiste au Béguinage an ihrem netten, runden Platz lockt die Rue du Peuplier. Hinter dem Gotteshaus der Frommen Frauen, an der Rue du Grand Hospice, ist noch etwas von ihrem Geist zu spüren. Vor dem Portal des klassizistischen Hospice Pachéco öffnet sich ein kleiner, baumbestandener Platz, der zum Träumen einlädt.
Die Rue de l'Hospice führt zur Rue de Laeken. Hinter dem schweren, schwarzen Portal der Nr. 79 liegen drei spektakuläre Freimaurertempel. Das Musée belge de la Francmaçonnerie führt in die mysteriöse Welt und die herausragende Bedeutung der Freimaurer für Brüssel ein (Do 14-17 Uhr | Eintritt 2 Euro | www.mason.be). In der Rue de Laeken Nr. 99 stellen junge Brüsseler Designer bei Designed in Brussels ihre neuesten Kreationen aus.
Nr. 140 ist die Adresse der Koninklijke Vlaamse Schouwburg, des wichtigsten flämischen Theaters (1887) im Neo-Renaissance-Stil (www.kvs.be). An beiden Seiten wird das Gebäude von imposanten Eisenbalkonen beherrscht. Hinter dem Theater liegt ein weiteres früheres Hafenbecken.
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